Zusammenfassung

  • Der Stürmer ist mit der bisherigen Saison der TSG hochzufrieden.

  • Von den Leistungen seiner jungen Kollegen zeigt er sich beeindruckt.

  • Wagner wird auch in Zukunft für die TSG zum Elfmeter antreten.

Köln - Sandro Wagner hat gut lachen. Der Mittelstürmer der TSG Hoffenheim traf beim 3:0-Auswärtssieg der Kraichgauer beim 1. FC Köln doppelt und avancierte so zum Matchwinner. Nach dem Abpfiff scherzte er mit der versammelten Journalistenschar, und lieferte seine ganz persönlichen Einschätzungen zur Situation der TSG, verriet seinen Elfmeterdeal mit Kerem Demirbay und lobte die "A-Jugend" in der Hoffenheimer.

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Frage: Sandro Wagner, haben Sie durch den 3:0-Erfolg in Köln die Enttäuschung nach dem Europa-League-Spiel mit dem Last-Minute-Gegentor in Istanbul aus den Köpfen bekommen?

Sandro Wagner: Ich habe schon direkt nach dem Spiel in Istanbul gesagt, dass es für mich keine Enttäuschung ist, in Istanbul 1:1 zu spielen. Wir hatten einige Spieler auf dem Platz, die noch nie internationale Luft geschnuppert hatten. Man darf von uns momentan nicht zu viel erwarten. Wir haben viele Spieler in der Mannschaft, die auch in der Bundesliga gerade ihre ersten Minuten gespielt haben. Ich denke an Dennis Geiger, Stefan Posch oder Kevin Akpoguma. Man muss ihnen die Chance geben, sich zu entwickeln. Es ist alles gut, wir stehen auf Platz 5 und können entspannt in die Länderspielpause gehen. Danach schauen wir, was noch alles passiert, bis das Christkind kommt. Stand jetzt haben wir eine gute Ausgangssituation.

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Frage: Wie schwer war es, mit der Situation vor dem Spiel in Köln umzugehen, nach dem die TSG bei einer Niederlage auch auf Platz 11 hätte landen können?

Wagner: Das war überhaupt nicht schwer. Wir sind die TSG Hoffenheim. In unserem Verein sind sehr viele intelligente Menschen, die das alles einschätzen können. Die Ansprüche dürfen nicht zu hoch sein. Das habe ich vor dem ersten Saisonspiel gesagt. Wir haben sehr wichtige Spieler verloren. In den letzten Wochen sind uns mit Benjamin Hübner, Ermin Bicakcic und anderen auch viele Spieler ausgefallen, die defensiv sehr wichtig für uns sind. Dann kann man nicht erwarten, dass wir wieder so eine Saison spielen wie im letzten Jahr. In meinen Augen ist zwischen Platz 5 und 10 für uns alles in Ordnung. Der Hoffenheimer Weg ist, die jungen Spieler zu integrieren. Dabei gibt es immer wieder mal Rückschläge. Die muss man in Kauf nehmen. Trotzdem würden in der Bundesliga sicher viele Mannschaften gerne mit uns tauschen.

"Meine Stürmerkollegen in der Bundesliga treten auch alle zum Elfmeter an. Deswegen habe ich zu Kerem gesagt, dass ich jetzt auch welche schießen werde." Sandro Wagner

Frage: War Ihr zweiter Treffer zum 3:0 genau so geplant?

Wagner: Trauen Sie mir das etwa nicht zu? 

Frage: Doch.

Wagner: Dann ist ja die Frage überflüssig (lacht). Ja, natürlich sollte der Ball genau so ins Tor. Es war eine super Flanke vom Kollegen Kramaric. Er hat mich gut gesehen. Das war auch nicht immer so (lacht). Gut geflankt, gut gemacht, so soll es sein.

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Frage: Stimmt der Eindruck, dass die Hoffenheimer Mannschaft heute frischer wirkte als in den letzten Wochen?

Wagner: Nein, wir waren auch in den letzten Wochen frisch. Aber wenn du in den letzten Minuten immer ein Gegentor bekommst, dann gibt man ein schlechtes Bild ab. Man wirkt geknickt. Wir waren heute genauso frisch wie in den letzten Wochen auch. Diesmal ist es uns aber gelungen, das Spiel frühzeitig zu entscheiden und defensiv zu null zu spielen. Das war ganz, ganz wichtig. Dann fällt es auch in der Offensive leichter, wenn du nicht immer den Druck hast, anzulaufen und unbedingt ein Tor machen zu müssen. Für unsere halbe A-Jugend hinten war es wichtig, dass wir zu null spielen. Respekt vor den jungen Spielern. Es war ein guter Spieltag für uns. Wir stehen jetzt auf Platz 5 und haben die "große Krise" abgewendet. 

Aus Köln berichtet Tobias Gonscherowski