München - Am letzten Tag der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals reist Dynamo Dresden 80 Kilometer zum sächsischen Derby gegen den FC Chemnitz, der 1. FC Union Berlin sinnt bei Rot-Weiss Essen auf Revanche für die letztjährige Erstrunden-Niederlage und zwischen dem SV Sandhausen und dem FC Energie Cottbus kommt es zum Duell der Zweitligisten (alle Spiele ab 18:15 Uhr im Live-Ticker). Die Spiele im Überblick:

Chemnitzer FC - Dynamo Dresden

Das Derby zwischen dem Chemnitzer FC und Dynamo Dresden ist eines mit langer Tradition, in 80 Pflichtspielen sind die Vereine aufeinandergetroffen, 45 mal hat Dresden gewonnen, 15 mal Chemnitz – im Sachsenpokal siegte vor knapp zwei Jahren zuletzt aber der CFC (2:1).

Zweitligist Dresden ist Favorit im 18.700 fassenden Stadion an der Gellertstraße, der Trainer des Drittliga-Achten, Gerd Schädlich (Foto), plant nichtsdestotrotz, seine Mannschaft offensiv aufzustellen: "Wir werden alles versuchen, um eine Runde weiterzukommen. Wenn wir wenig zulassen, selbstbewusst nach vorn spielen und die notwendige Entschlossenheit vor dem gegnerischen Tor zeigen, können wir die Dresdner womöglich auch bezwingen." Verletzt fehlen dem 59-Jährigen die Spieler Tino Semmer und Silvio Bankert, ob Anton Makarenko, der an einer Muskelzerrung im Hüftbereich leidet, einsetzbar ist, entscheidet sich kurz vorm Spiel.

Dynamo Dresden trifft gegen den CFC auf zwei ehemalige Spieler: Sascha Pfeffer und Maik Kegel, die fünf Jahre im Kader ersten Mannschaft standen, wechselten im Sommer ins 80 Kilometer entfernte Chemnitz. Dynamo ist mit nur einem Unentschieden aus zwei Partien in die neue Saison gestartet und Trainer Ralf Loose rechnet mit einem offenen Duell: "Ich denke, dass wir uns in Chemnitz auf ein attraktives Spiel freuen dürfen, schließlich ist es ein Sachsenderby, das beide Mannschaften unbedingt gewinnen wollen."

Dresdens bester Torjäger, Mickael Pote, hat sich im Abschlusstraining am Fuß verletzt, sein Einsatz steht noch nicht fest.

Rot-Weiss Essen - Union Berlin

In Essen wiederholt sich ein Erstrunden-Duell der Vorsaison - damals besiegte der Regionalligist Rot-Weiss Essen den Zweitligisten Union Berlin im Elfmeterschießen, nachdem Union eine Essener 2:0-Führung in letzter Minute ausgeglichen hatte.

"Wir wollen die Chance der Revanche nutzen", sagt Unions Trainer Uwe Neuhaus, der vor seinem Engagement in Berlin bis 2007 in Essen unter Vertrag stand. Seit vier Jahren trainiert Neuhaus Union, die zweite Pokalrunde hat er bisher nicht erreicht und der Verein aus dem Stadtteil Köpenick, Finalteilnehmer von 2001, ist seit 2003 stets zum Auftakt ausgeschieden.

Neuhaus kann voraussichtlich auf Patrick Kohlmann und Björn Kopplin (Foto) zurückgreifen, die nach Verletzungen wieder mit der Mannschaft trainieren.

Rot-Weiss Essen, das 2011 in der zweiten Pokalrunde an Unions Lokalrivalen Hertha BSC scheiterte, ist mit zwei Siegen in die Regionalliga Nord gestartet. "Wir wollen versuchen, dem Gegner das Leben so lange wie möglich schwer zu machen. Die Frage ist, was Union zulässt", sagt RWE-Trainer Waldemar Wrobel.

Ob Wrobel die Außenverteidiger Max Dombrowka und Roberto Guirino zur Verfügung stehen, entscheidet sich kurzfristig.

SV Sandhausen - Energie Cottbus

Mit dem SV Sandhausen und dem FC Energie Cottbus treffen der Tabellenelfte und der -dritte der 2. Bundesliga aufeinander. Beide Teams sind gut in die Saison gestartet, der Aufsteiger Sandhausen mit zwei Unentschieden, Cottbus hat Remis gespielt und gewonnen.

"Die Tagesform wird eine wichtige Rolle spielen und da wollen wir die Nase vorne haben", sagt SVS-Trainer Gerd Dais, der hoffnungsvoll ist, erstmals die zweite Pokalrunde zu erreichen: "Gegen Energie Cottbus stehen die Chancen nicht schlecht".

Im ersten Pflichtspiel-Duell der Teams wird die neue Nordtribüne des Hardtwaldstadions eingeweiht, deren Ausbau jedoch noch nicht abgeschlossen ist.

Nicky Adler (Foto) und Fabio Morena sind nach Verletzungen wieder einsetzbar, Tim Danneberg, Alexander Riemann, Michael Hiegl sowie Marcel Kandziora fallen hingegen aus und ob Nico Klotz spielen kann, ist noch offen.

Cottbus' Trainer Rudi Bommer sieht seine Mannschaft als Favoriten. "Wenn wir unsere Leistung abrufen können, erreichen wir auch die nächste Runde." Er warnt aber auch vor Überheblichkeit: "Das ist einer der schwersten Gegner ist, der im Lostopf war. Die Mannschaft hat sich gut verstärkt und schnelle Außen." Aus einer kompakten Abwehr heraus solle seine Elf schnell nach vorne spielen. Der kreative Mittelfeldspieler Clemens Fandrich steht in Sandhausen nicht zur Verfügung, befindet sich nach einer Verletzung erst im Lauftraining.