Leverkusen - Der 1. FC Kaiserslautern kassierte beim 1:3 in Leverkusen die fünfte Niederlage in einem Auswärtsspiel am Stück und blieb zum siebten Mal in den letzten neun Spielen ohne Punktgewinn. Langsam wird es eng für den Aufsteiger, der aber immer noch auf einem Nichtabstiegsplatz rangiert.

Noch sechs Bundesliga-Spiele sind es bis zur Winterpause. Nachdem die Pfälzer mit Ausnahme des 1. FC Nürnberg nun die aktuelle Top 10 der Bundesliga abgearbeitet haben, stehen dem FCK jetzt die entscheidenden Spiele bevor.

Heimsieg "muss unser Anspruch sein"

Schon am kommenden Samstag empfängt Kaiserslautern den punktgleichen Tabellennachbarn aus Stuttgart. Auf dem Papier ein Gegner auf Augenhöhe, doch von der aktuellen Formkurve her eher ein Kaliber vom Schlage Bayer Leverkusens.

Denn die Schwaben haben, seitdem Jens Keller das Traineramt von Christian Gross übernommen hat, fünf der letzten sieben Pflichtspiele gewonnen und gerade Werder Bremen mit 6:0 auseinander genommen. All das interessiert den FCK-Torjäger Srdjan Lakic wenig. "Mir ist es egal, wer unser nächster Gegner ist. Unser Anspruch muss sein, zuhause das Spiel zu gewinnen", sagt der bislang sechs Mal erfolgreiche Knipser.

Ähnlicher Verlauf der Auswärtsspiele

Keine Frage, es wird Zeit für die Pfälzer, wieder regelmäßig zu punkten. Die Euphorie nach dem souveränen Aufstieg und dem Traumstart mit zwei Siegen in den ersten beiden Bundesliga-Spielen ist verflogen. Der Alltag sieht mit nur vier Punkten aus den letzten neun Spielen trist aus.´

"Wir sind jetzt in der Bundesliga angekommen", meint Lakic: "Wir hätten in Leverkusen unsere Chancen besser ausnutzen müssen. Aber von Pech zu sprechen, wäre nicht okay. Leverkusen ist eine Topmannschaft. Trotzdem hat sie uns eine Chance angeboten, die wir nicht genutzt haben. Uns hat die Qualität gefehlt. Das ist bitter für uns, das muss besser werden."

Es ist schon erstaunlich, wie sehr sich die Gastspiele des FCK ähneln. Bereits zum vierten Mal ging die Elf von Trainer Marco Kurz in der Fremde mit 1:0 in Führung. Doch am Ende wurden die Partien in Mainz, Freiburg, Hamburg und nun in Leverkusen ausnahmslos verloren.

"Müssen uns trauen, Fußball zu spielen"

"Uns hat der Mut verlassen", ärgert sich Lauterns erfahrener Mittelfeldspieler Christian Tiffert über die Niederlage in Leverkusen: "Wir können ja Fußball spielen. Wir müssen den Kopf heben, müssen uns trauen, Fußball zu spielen. Wenn wir das tun, kommen wir auch zu unseren Möglichkeiten. Wenn nicht, dann werden wir teilweise überrannt."

Dennoch hätte der FCK auch in Leverkusen punkten können. Drei 100-prozentige Chancen besaßen die Pfälzer, noch in der 80. Minute hätte der völlig frei vor Bayer-Keeper Rene Adler auftauchende Erwin Hoffer das 2:2 markieren können.

Verdient wäre der mögliche Punktgewinn zwar nicht gewesen, weil "die Fehlpassquote zu hoch war und die Leistung nicht gepasst hat", wie Coach Marco Kurz analysierte. Doch gegen ein Remis hätte sich auch niemand gewehrt.

"Können wieder aufstehen"

So steht Kaiserslautern vor dem Heimspiel gegen Stuttgart unter Druck. Aber gerade daheim konnte der Zweitliga-Meister des Vorjahres überzeugen. "Wir haben schon gezeigt, dass wir wieder aufstehen können", blickt Tiffert optimistisch voraus: "Wir müssen Leverkusen abhaken. Jetzt spielen wir gegen Stuttgart, einen Konkurrenten."

Danach geht es nach Nürnberg und anschließend in den weiteren direkten Duelle gegen Schalke und St. Pauli. Dem FCK stehen richtungsweisende Wochen bevor.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski