Wayne Rooney spricht ungeniert von "Hass", Rafael Benitez stichelt eifersüchtig gegen den Rivalen: Beim Spitzenspiel der englischen Premier League am Samstag in Old Trafford zwischen Titelverteidiger Manchester United und Rekordmeister FC Liverpool ist für reichlich Zündstoff gesorgt.

Nur ein Sieg im "Theater der Träume" hält Liverpools Hoffnungen auf den ersten Titel seit 19 Jahren am Leben, doch das will ManUnited-Stürmer Rooney mit allen Mitteln verhindern.

"Das ist das größte Spiel der Saison für mich. Als Everton-Fan bin ich damit aufgewachsen, Liverpool zu hassen. Und das hat sich bis heute nicht geändert", sagte der englische Nationalstürmer, der in Liverpool geboren wurde und bis 2004 für den Stadtrivalen FC Everton die Fußballschuhe geschnürt hat. "Wenn wir gegen Liverpool gewinnen, dann ist Liverpool so gut wie raus aus dem Titelrennen. Für mich wäre das ein großartiges Gefühl", erklärte Rooney weiter.

Für Liverpool ist der Meisterzug schon fast abgefahren

Den Verantwortlichen von ManUnited waren die klaren Aussagen ihres Angreifers aber wohl zu heiß. Die Passage des Zitats, er hasse den kommenden Gegner, wurde inzwischen von der Vereinsinternetseite gelöscht, da sie "missverstanden werden und unnötige Probleme verursachen könnte", so ein Clubsprecher.

Eines ist jedoch allen Beteiligten klar: Bei einer Niederlage und dann zehn Punkten Rückstand auf den Champion sowie einem Spiel weniger ist der Meisterzug für Rekordchampion Liverpool endgültig abgefahren. "Wir wissen, dass es sehr wichtig ist, dort zu gewinnen", sagte der beim 4:0 im Achtelfinale gegen Real Madrid überragende Fernando Torres.

Zidane: "Gerrard ist der beste Spieler der Welt"

Dieser Sieg hat den "Reds" europaweit viel Ansehen gebracht, doch Teammanager Benitez ist dies nicht genug. "Die Menschen zeigen uns zu wenig Respekt", beklagte sich der Spanier über die angeblich fehlende Wertschätzung und stichelte gegen Champions-League-Sieger Manchester, das dank des 2:0 gegen Inter Mailand in der "Königsklasse" eine Runde weiterkam: "Liverpool ist über die vergangenen fünf Jahre gesehen das beste Team in Europa."

Zumindest Liverpools Kapitän Steven Gerrard durfte sich über eine seltene Wertschätzung freuen. Für Frankreichs Idol Zinedine Zidane ist der Mittelfeldspieler momentan der beste Fußballer der Welt. "Er bekommt vielleicht nicht die Aufmerksamkeit wie ein Messi oder Ronaldo. Aber ja, ich denke er ist es", sagte der frühere Welt- und Europameister.

Ballack will Hiddink als Trainer behalten

Auf einen Ausrutscher des Spitzenreiters hofft derweil der Tabellenzweite FC Chelsea, der am Sonntag gegen Manchester City antritt. Unter Teammanager Guus Hiddink haben die "Blues" in die Erfolgsspur zurückgefunden, weshalb der deutsche Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack sich für einen Verbleib des Niederländers stark macht.

"Ich fände es wunderbar, wenn er noch drei Jahre bleiben würde. Jeder bei uns sieht in ihm einen großartigen Trainer", wird Ballack vom britischen Rundfunksender BBC zitiert. Hiddink will zum Saisonende bei Chelsea aufhören, um sich wieder voll und ganz seinem Job als Trainer der russichen Auswahl widmen zu können.