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Rookie des Monats Oktober: de Ligt, Dina Ebimbe oder Kaminski?

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Die Bundesliga zeichnet auch in der Saison 2022/23 die besten Nachwuchsstars mit dem Rookie of the Month Award präsentiert von Sorare aus. Für den Oktober sind Matthijs de Ligt (FC Bayern München), Eric Junior Dina Ebimbe (Eintracht Frankfurt) und Jakub Kaminski (VfL Wolfsburg) für die Auszeichnung nominiert.

Matthijs de Ligt (FC Bayern München)

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Spielminuten: 363
Zweikampfquote: 71 Prozent
Passquote: 94 Prozent

Etwas Anlauf hat Matthijs de Ligt beim FC Bayern München benötigt, doch nun scheint der Niederländer vollends angekommen zu sein: Zwischen dem 8. und dem 12. Spieltag stand der 23 Jahre alte Innenverteidiger immer in der Startformation des Rekordmeisters und trug so einen entscheidenden Teil zu den 13 von 15 möglichen Punkten bei. Mit dem 23-Jährigen auf dem Feld kassierte der FCB in diesem Zeitraum nur einen einzigen Gegentreffer. "Matthijs war unabhängig von seinem Alter schon immer größer und stärker als die anderen Spieler. Er ist der geborene Anführer", sagt Dani Koks, der zusammen mit de Ligt, Frenkie de Jong (FC Barcelona) und Donny van de Beek (Manchester United) in der Jugend von Ajax kickte. In Amsterdam wurde der in Abcoude aufgewachsene de Ligt im Alter von nur 18 Jahren zum jüngsten Kapitän des niederländischen Rekordmeisters. Von dort ging er 2019 bei den italienischen Europameistern Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini in die Innenverteidiger-Lehre von Juventus Turin.

"Er verfolgt die Stürmer bis ins Mittelfeld, lässt sie einfach nicht mehr drehen." (FCB-Trainer Julian Nagelsmann)

Im Sommer folgte de Ligts dritter Schritt zu einem Rekordmeister. Auch dort begeistert der 1,89 Meter große Hüne mit seiner resoluten Zweikampfführung: "Er verfolgt die Stürmer oft bis ins Mittelfeld und lässt sie einfach nicht mehr drehen. Er macht dann auch mal ein kleines Foul und rammelt so ein bisschen von hinten. Da ist er sehr unangenehm", lobt Julian Nagelsmann seinen neuen Abwehr-Chef, der im Oktober mit 71 Prozent gewonnen Duellen der zweikampfstärkste Münchner war und nur zwei (!) Mal foulte. Auch das Passspiel des niederländischen Nationalspielers ist exzellent: 94 Prozent der Pässe des begabten Aufbauspielers kamen im Oktober zum eigenen Mann - auch das ein Top-Wert beim FCB. Logisch, dass Nagelsmann zu diesem Schluss kommt: "Er tut uns sehr gut." De Ligt selbst fühlt sich pudelwohl beim FCB: "Ich bin sehr froh, Spieler von Bayern München zu sein. Ich bin gut angekommen hier." Seine Leistungen im Oktober unterstreichen dies.

Spielt trotz niedrigem Alters schon beim dritten Rekordmeister: Matthijs de Ligt - DFL/Getty/Christian Kaspar-Bartke

Eric Junior Dina Ebimbe (Eintracht Frankfurt)

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Tore: 1
Spielminuten: 365
Geschwindigkeit: 34,2 km/h

Schon vor dem beeindruckenden 3:1-Erfolg von Eintracht Frankfurt in Mönchengladbach adelte SGE-Coach Oliver Glasner Eric Junior Dina Ebimbe als "Multitalent": Der 21 Jahre alte Franzose, der zudem über einen kamerunischen Pass verfügt, kann nämlich so gut wie überall in der Offensive agieren. Der dynamische U21-Nationalspieler Frankreichs, im Oktober wurde er mit 34,2 km/h geblitzt, wurde im Sommer als klassischer "Box-to-Box"-Spieler angekündigt, der im Zentrum zwischen den beiden Strafräumen für Furore - defensiv wie offensiv - sorgen sollte. Die Leihgabe von Paris Saint-Germain agierte jedoch bei früheren Stationen wie Dijon FCO oder auch in Le Havre häufig auf dem rechten Flügel. Dort erweist sich Dina Ebimbe nun auch bei der SGE als sehr hoch veranlagter Schienenspieler.

"Seine Vielseitigkeit, Dynamik und Spielintelligenz macht uns noch unberechenbarer." (SGE-Sportvorstand Markus Krösche

In den letzten drei Bundesliga-Partien spielte Frankfurts Nummer 26 auf dieser Position und glänzt dort neben seinem bereits erwähnten Tempo mit seiner Physis (61 Prozent gewonnene Zweikämpfe und 29 Sprints im Schnitt pro Partie) und seiner enormen Spielstärke (77 Prozent Passquote). "Ich arbeite sehr viel für die Mannschaft, erobere viele Bälle und spiele gerne nach vorne. Ich gehe gerne Richtung Tor und liebe das direkte Spiel", sagt der Franzose, wenn man ihn nach seinen Stärken fragt. Diese streicht auch Eintrachts Sportvorstand Markus Krösche heraus: "Seine Vielseitigkeit, Dynamik und Spielintelligenz macht uns noch unberechenbarer." Selbst für Coach Glasner steckt Dina Ebimbe voller Überraschungen: Im Training soll sich der Offensivspieler noch nicht wirklich als Kopfball-Ungeheuer hervorgetan haben. In Gladbach gelang dem Sommer-Transfer aber der erste Bundesliga-Treffer - und das per Kopf.

Gibt bei der SGE auf der rechten Seite Gas: Eric Junior Dina Ebimbe - IMAGO/Kirchner/Marco Steinbrenner/IMAGO/Kirchner-Media

Jakub Kaminski (VfL Wolfsburg)

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Torvorlagen: 1
Gespielte Minuten: 391
Sprints pro Spiel: 33

Heimlich, still und leise hat sich Jakub Kaminski beim VfL Wolfsburg unverzichtbar gemacht: Der 20 Jahre alte Pole wechselte im Sommer vom polnischen Meister Lech Posen in die Bundesliga. Ein Pole aus Posen in die Bundesliga - da war doch mal was?! Genau, auch Robert Lewandowski spielte dort, wurde Meister und dann verschlug  es ihn nach Deutschland zu Borussia Dortmund. "Ich hoffe, ich kann einen ähnlichen Weg wie Robert gehen", zeigte sich der Jungspund im Sommer ambitioniert. In den ersten sieben Saisonspielen 2022/23 stand Kaminski nur zwei Mal in der Startelf, drei Mal wurde eingewechselt und zwei Mal saß er 90 Minuten auf der Bank. Der Pole erinnerte sich aber wieder an sein Vorbild Lewandowski: "Seine ersten Monate in Dortmund waren nicht einfach, er hat wenig gespielt. Vielleicht läuft es für mich genauso. Ich hoffe aber, dass es bei mir schneller geht."

"Er ist auf dem Weg nach oben." (VfL-Coach Niko Kovac)

Die vergangenen fünf Spiele stand der Flügelflitzer, der am liebsten über die linke Seite kommt, jedoch immer in der Startformation der Niedersachsen. Mit 33 Sprints im Schnitt pro Spiel war er der fleißigste Wolfsburger Akteur im Oktober. Neben seinem enormen Laufpensum brachte er die gegnerischen Abwehrreihen mit seinen fünf Torschüssen und vier Torschuss-Vorlagen immer wieder ins Schwitzen. "Jetzt weicht er so ein bisschen auf und zeigt seine Fähigkeiten", lobt Coach Niko Kovac seinen Linksaußen, der beim 3:2 gegen den VfB Stuttgart, dem ersten Heimsieg des VfL, seinen Assist beisteuerte. Kaminskis Findungsphase in der Bundesliga scheint vorbei: "Er hat Zeit bekommen und jetzt gibt er all das wieder mit wirklich sehr guter Leistung", sagt Kovac. Ein gutes Dribbling, eine starke Technik auf engem Raum gepaart mit Übersicht und viel Fleiß sowie Tempo (33,9 km/h) - Kaminski ist nicht mehr aus Wolfsburgs erster Elf wegzudenken. "Er ist wirklich auf dem Weg nach oben", prognostiziert Kovac. Vielleicht nimmt er eine ähnliche Entwicklung wie Lewandowski, das große Vorbild, mit dem Kaminski nun schon drei Länderspiele für Polen absolviert hat.

Auf den Spuren von Robert Lewandowski: Wolfsburgs Jakub Kaminski - DFL/Getty/Boris Streubel