Zusammenfassung

  • Robert Lewandowski erreicht eine besondere Marke.
  • Mit seinem Dreierpack gegen den HSV hat er 100 Bundesliga-Tore für die Bayern erzielt.
  • Mit 140 Pflichtspieltreffern ist er nun erfolgreichster ausländischer Bayern-Torjäger.

München - Im ersten Versuch zielte er noch etwas zu hoch, im zweiten Anlauf ließ Robert Lewandowski aber keine Zweifel aufkommen. Mit einem souverän verwandelten Elfmeter setzte der Toptorjäger des FC Bayern München bei der lockeren 6:0-Torgala gegen den Hamburger SV in der 90. Minute den Schlusspunkt. Dass Lewandowski am Samstag gleich mehrere Rekorde aufstellte, unterstreicht einmal mehr seine Extraklasse.

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Vor allem seinen unbändigen Ehrgeiz stellte der Ausnahmekönner in der Schlussphase unter Beweis. Nach einem Foul an Thiago im Sechzehner schritt Lewandowski in der 86. Minute zur Tat. Mit einem Erfolg vom Punkt hätte er auch seinen 18. Strafstoß in der Bundesliga in Serie verwandelt und sich den alleinigen Rekord gesichert. Doch der Ball segelte über die Latte und so teilt sich der Pole diese Bestmarke weiterhin mit Hans-Jörg Butt. Aber resignieren ist für Lewandowski keine Option.

Nervenstark die 100-Tore-Marke geknackt

Nur vier Minuten später bot sich nach einem Foul an Joshua Kimmich erneut die Chance vom Punkt. Und wie selbstverständlich übernahm Lewandowski auch nach seinem vergebenen Elfer die Verantwortung. "Das passiert", verzieh ihm FCB-Sportdirektor Hasan Salihamidzic den Fehlschuss. "Aber die Nerven zu haben, noch mal einen zu schießen, ist klasse."

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Damit knackte Lewandowski also im zweiten Versuch die 100-Tore-Marke im Trikot der Münchner, dafür benötigte der 29-Jährige nur 120 Bundesliga-Spiele. So schnell durchbrach kein anderer Spieler in der Bundesliga vor ihm diese Schallmauer. Zum Vergleich: Dem legendären "Bomber " Gerd Mülller gelang erst im 136. Bundesliga-Spiel sein 100. Tor.

"Er hat in jedem Spiel Hunger"

"Er ist der Hammer", schwärmte Salihamidzic von Lewandowski. "Er hat in jedem Spiel den Hunger." Nach seiner Verschnaufpause im Spiel beim Sport-Club Freiburg und dem Ende seiner Torserie vor heimischem Publikum beim 0:0 gegen Hertha BSC vor zwei Wochen, ging Lewandowski besonders torhungrig ins Spiel. Schon am frühen Führungstreffer des ebenso engagierten Franck Ribéry (7.) war Lewandowski beteiligt, denn sein Steilpass wurde vom Hamburger Gotoku Sakai in den Lauf von Ribéry abgefälscht.

Video: Lewandowski - 60 Seconds Under Pressure

Die nächsten beiden Bayern-Tore legte der Goalgetter vom Dienst dann höchstpersönlich nach: Zunächst per Kopf nach perfekter Flanke von Joshua Kimmich (12.), dann per Direktabnahme nach einer tollen Kombination von Jérôme Boateng und David Alaba (19.). Sein zweites Tor des Tages war gleichzeitig sein 140. Pflichtspieltreffer für den FC Bayern. Damit überholte er Giovane Elber und darf sich nun erfolgreichster ausländischer Bayern-Torjäger nennen.

Mit Riesenschritten Richtung 30-Tore-Hattrick

Auch bei der Jagd nach der Torjägerkanone zieht Lewandowski mit nun insgesamt 23 Saisontoren an der Spitze einsam seine Kreise. Zum Vergleich: Gegner HSV kommt in dieser Spielzeit auf gerade einmal 18 Tore. Seinem erklärten Ziel, zum dritten Mal in Folge die 30-Tore-Marke zu erreichen, ist Lewandowski mit seinem ersten Dreierpack in dieser Spielzeit am Samstag einen großen Schritt näher gekommen.

Die Basis dafür legt er im Training. "Es ist klasse, wie er arbeitet", hob Salihamidzic Lewandowskis vorbildliche Einstellung hervor. "Wir wissen alle, was jetzt auf uns zukommt und wie wichtig es ist, jetzt in Topform zu sein." Auf Lewandowski ist in dieser Hinsicht in den entscheidenden Wochen der Saison Verlass - zur Not auch im zweiten Anlauf.

Aus München berichtet Max Lotz