Augsburg - Das Ende seiner Torflaute war quasi vorbestimmt, schließlich hat Robert Lewandowski gegen keinen anderen Bundesligisten so häufig getroffen wie gegen den FC Augsburg.

Elf Tore in zehn Bundesligaspielen lautete seine stolze Bilanz vorher. Im elften Duell kamen zwei weitere Treffer hinzu - auch dank des glänzenden Vorbereiters Arjen Robben, in dem Lewandowski offenbar einen neuen kongenialen Partner in der Offensive des FC Bayern München gefunden hat.

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"Ich freue mich sehr, dass wir in vielen Situationen wirklich gut zusammen gespielt haben", sagte Lewandowski nach dem 3:1-Sieg in Augsburg. Vor dem Spiel habe er extra noch mit Robben darüber gesprochen, wie man das Zusammenspiel noch weiter verbessern könne.

Ein "Date" mit Robben

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Das Ergebnis dieses Dialogs war erstmals in der 19. Minute zu sehen: Nach feinem Zuspiel des Niederländers erzielte Lewandowski sein sechstes Saisontor. Zwei Minuten später fand wiederum dessen Querpass im zweiten Versuch Robben, der zum 2:0 vollendete. Zu Beginn der zweiten Hälfte lautete die Erfolgsformel wieder Pass: Robben, Tor: Lewandowski. "Wenn das immer so gut funktioniert, kann das für die ganze Mannschaft nur positiv sein", sagte der Pole.

Die neue Harmonie des Offensivduos "Robbandowski"  sorgte auch noch lange nach Abpfiff für gelöste Stimmung beim Rekordmeister.  "Die haben noch ein Date", scherzte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge. Und Robben legte augenzwinkernd nach: "Wenn er noch ein drittes gemacht hätte, wäre es vielleicht mit Übernachtung gewesen, aber so bleibt es beim Essen." Und wer übernimmt die Rechnung? "Die Vorbereitungen habe ich gemacht, jetzt muss er zahlen." Da musste selbst Lewandowski schmunzeln.

Freude über das Ende der Flaute

Die Erleichterung über seine beiden Treffer war dem Bayern-Stürmer deutlich anzusehen. "Ich habe mich sehr gut gefühlt, deswegen habe ich auch gut gespielt", sagte der 28-Jährige. Nach exakt 480 torlosen Bundesliga-Minuten beendete er seine Flaute. Eine solch lange Durststrecke von fünf Ligaspielen in Folge war ihm im Trikot des FC Bayern noch nie zuvor passiert. Dabei hatte die Spielzeit für den 30-Tore-Mann der Vorsaison mit fünf Treffern in den ersten drei Partien so vielversprechend begonnen. "Mir war klar, dass Momente kommen können, in denen ich mal nicht treffe, aber ich bin ruhig geblieben", erklärte Lewandowski. "Ich habe ein bisschen frei bekommen, letzte Woche und vor zwei Wochen auch und ich habe individuell gearbeitet."

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Nachdem er im DFB-Pokal gegen den FCA noch geschont wurde, stürmte er nun wieder von Beginn an. Doch an seinen Qualitäten hat bei den Bayern ohnehin nie jemand gezweifelt. "Er ist ein guter Stürmer", sagte Mats Hummels. "Er arbeitet sehr viel für uns. Wir freuen uns, dass er wieder getroffen hat. Es ist einfach wichtig für uns, dass er da vorne die Buden macht - und für ihn ist es das auch." Dank seiner wiederentdeckten Abschlussstärke hat sich Lewandowski mit nun sieben Saisontreffern in die Top 3 der Torjägerliste geschossen und wieder beste Chancen auf seine Titelverteidigung.

Nachholbedarf bei der Trefferquote

Zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison hatte Bayerns Toptorjäger allerdings bereits zwölf Tore auf dem Konto. In Sachen Effizienz vor dem Tor hat er aktuell Nachholbedarf. Mit 41 Torschüssen ist Lewandowski der abschlussfreudigste Spieler der Bundesliga, allerdings landet nur jeder sechste Versuch im Netz. Zudem ließ er ein halbes Dutzend Großchancen aus - auch in dieser Statistik ist der Stürmer führend. Immerhin: In Augsburg erzielte Lewandowski zum 32. Mal mehr als ein Tor in einem Spiel - das schafften in der Bundesliga-Historie nur acht Spieler häufiger.

Dass ein Stürmer immer an Toren gemessen werde, weiß auch der frühere Angreifer Rummenigge: "Dementsprechend ist es gut, wenn der Mittelstürmer auch Tore macht, damit er rechtzeitig für die wichtigen Spiele in der besten Verfassung ist", sagte er über Lewandowski mit Blick auf das Champions-League-Spiel bei der PSV Eindhoven. Beim 4:1-Sieg vor anderthalb Wochen hatte Lewandowski bereits getroffen. Und seine Teamkollegen hätten sicherlich nichts dagegen, wenn er am Dienstag seinen Lauf fortsetzt - auch wenn der Gegner mal nicht Augsburg heißt.

Aus Augsburg berichtet Maximilian Lotz