
"Kabine abreißen!" El Mala schießt Köln zum Derbysieg
Derbysieger Köln kann dank zweier Traumtore aufatmen. Schlusslicht Gladbach ist am Tiefpunkt angelangt - viel Arbeit für Neu-Trainer Blessin.
Vier Punkte und eine Trainerdiskussion für den 1. FC Köln, kein einziger Zähler für Borussia Mönchengladbach, das schon einen Trainerwechsel hinter sich hat - das 101. Rheinderby in der Bundesliga konnte man getrost als Krisen-Derby bezeichnen. Für die Kölner wurde es durch den knappen 2:1-Sieg zum extatisch gefeierten Befreiungsschlag.
"Ich hab noch nie so krass auf ein Spiel gebrannt. Es fühlt sich unfassbar geil an", platzte es anschließend aus Siegtorschütze Saïd El Mala heraus.

"ich übe diesen Move jeden Tag..."
Der Siegtorschütze aus der 66. Minute machte das Duell der rheinischen Rivalen zum Traumtor-Derby. In der 26. Minute hatte Ísak Jóhannesson die Domstädter per Volley von der Strafraumgrenze in Führung gebracht. Nach Joe Scallys frei eingeköpftem Ausgleich (39.) setzte Neu-Nationalspieler El Mala mit seinem satten Rechtsschuss aus halblinker Position den Schluss- und Höhepunkt vor 50.000 Zuschauern im Kölner Westen.
"Ich übe den Move jeden Tag im Training - das zahlt sich aus", erklärte der Neu-Nationalspieler. "Es war aber auch nicht meine erste Chance. Ich hätte hier heute auch mit einem Hattrick nach Hause gehen können, wenn ich ein bisschen konsequenter vorm Tor gewesen wäre."
Selbstkritik auf hohem Niveau - nach dem Interview ging es denn auch zügig zu den Teamkollegen: "Jetzt wird die Kabine abgerissen!"
Debütant Blessin stellt sich vor sein Team
Am anderen Ende der Gefühlsskala stellte sich Alexander Blessin nach seinem ersten Spiel als Borussia-Coach wortwörtlich vor seine Spieler. Die mussten sich vor dem Gästeblock den Fan-Unmut angesichts von null Punkten aus fünf Spielen anhören. Nach leidenschaftlichem Kurven-Dialog ordente der neue Übungsleiter seine Premiere auch am DAZN-Mikrofon ein: "Ich will nichts schönreden, aber ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen: Wir haben 90 Plus alles reingeworfen."
Der Nachfolger von Eugen Polanski äußerte Unverständnis angesichts der Entstehung von El Malas Siegtreffer: Dessen Bewacher Daiki Hashioka wurde von Tom Krauß umgelaufen, was El Mala freie Schussbahn verschaffte - Schiedsrichter Florian Badstübner sah darin kein Vergehen. "Er läuft aktiv in ihn rein, das ist für mich ein klares Foul. Die Stärke von El Mala kennen wir."
Die führte so zum Befreiungsschlag für das Team von René Wagner, der sich und dem Club mit dem Derbysieg Ruhe verschafft haben dürfte. Gladbach muss am Tabellenende den nächsten Tiefschlag verdauen, bleibt das einzige Team ohne Punkt.
