Am Anfang stand die Idee, einen Rap-Song gegen Ignoranz und Werteverfall in der heutigen Gesellschaft von Schalker Jugendspielern als Chor begleiten zu lassen. Das Projekt "Helden braucht das Land" des Rap-Musikers Patrick Rosendahl - genannt Pe - soll dazu beitragen, schon den ganz jungen Fans die Sinnlosigkeit von Gewalt vor Augen zu führen.

Die Idee des Musikers aus Oberhausen kam an auf Schalke. Und nicht nur dort. Weitere Reviermannschaften schlossen sich dem Projekt an: Borussia Dortmund, der MSV Duisburg, der VfL Bochum und Rot-Weiss Essen.

Großes Revierderby als perfekte Bühne

Einen besseren Rahmen als das Revierderby zwischen Schalke und dem BVB hätte das Projekt kaum finden können, und so schickten die beteiligten Vereine am Mittwoch, 18. Februar ihre Sport-Direktoren und Nachwuchs-Koordinatoren zur Vorstellung von Rosendahls "Helden" in die Veltins-Arena.

BVB-Nachwuchskoordinator Lars Ricken erklärte. "Normalerweise macht man als Dortmunder ja einen großen Bogen um die Arena, denn ein Stück weit muss man diese Rivalität auch leben." Doch wenn es um Hass und Gewalt ginge, dann würde man sich von Vereinsseite ganz klar dagegenstellen.

Ähnlich äußerten sich MSV-Manager Bruno Hübner und Essens Geschäftsführer Sport Thomas Strunz. "Den Vereinen muss es gelingen, die vielen Emotionen in friedliche Festtagsstimmung umzuleiten. Dann bleibt für Hass und Diskriminierung auch kein Platz", forderte Strunz.

Nervöse Kinder

Ernst wurde es für "Pe" und seinen Chor etwa 20 Minuten vor Anpfiff des Derbys am Freitagabend in der Veltins-Arena. Jeweils zehn Jugendspieler von Schalke 04, dem MSV Duisburg, Rot-Weiß Essen, Borussia Dortmund und dem VfL Bochum sangen gemeinsam mit dem Rapper von der Suche nach Werten und Helden, mit dem sie vor allem Gewalt und Diskriminierung aus den Stadien verbannen wollen.

Damit setzten sie ein Zeichen, dass es im Fußball vor allem um gemeinsame Freude am Spiel und Respekt vor dem Gegner geht. Gewalt und Hass haben da nichts zu suchen. Die Nervosität war den Kindern vor ihrem großen Auftritt vor über 60.000 Menschen genau anzusehen. Doch als die ersten Takte ihres Songs begannen, waren sie voll bei der Sache.

Die Botschaft kommt rüber

Für Rapper Pe war der Auftritt ein ganz besonderer Moment. "Sonst singe ich für ungefähr 60 Menschen, heute war es das Tausendfache", sagte der Sänger ehrfürchtig. Er hat vorher mehrere Monate an dem Song gebastelt. "Ich habe solange etwas geändert, bis das Lied perfekt war. Jetzt kommt die Botschaft richtig gut rüber", war der Rapper mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Nach ihrem großen Auftritt schauten die 50 Kids der Ruhrgebiets-Vereine gemeinsam das Derby. Dabei sahen sie sicher auch einige ihrer persönlichen Helden. Damit es davon im Stadion noch mehr gibt, müssen Gewalt, Hass und Diskriminierung draußen bleiben. Diese Botschaft wird in den nächsten Wochen auch in den Stadien der anderen Ruhrgebietsvereine präsentiert. Dann singen Rapper Pe und die 50 kleinen Helden wieder über die großen Helden.