München - Emotionale Ausbrüche sind nicht sein Ding. Wie es vor dem Wiedersehen mit seiner alten Liebe in ihm aussieht, weiß nur Marco Reus allein. Wenn der Nationalspieler mit dem deutschen Meister Borussia Dortmund am Sonntag (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) bei seinem alten Club Borussia Mönchengladbach antritt, wird jedoch der Adrenalin-Pegel steigen wie selten zuvor.

Beim 5:0 im Hinspiel in Dortmund steuerte der 23-Jährige sogar zwei Treffer gegen seinen Ex-Club bei. Trotzdem: Die niederrheinische Borussia, für die er von 2009 bis 2012 insgesamt 97 Liga-Spiele bestritt, weiß, was sie Reus zu verdanken hat - und umgekehrt. "Gladbach wird immer etwas Spezielles für mich sein. In Gladbach bin ich Nationalspieler geworden, habe mein erstes Bundesligaspiel und mein erstes Bundesligator gemacht. Das vergisst man nie", sagte Reus.

Klopp auf Stürmersuche



Gegen die "Fohlen" könnte der Fußballer des Jahres 2012 sogar als Angreifer auflaufen. Jürgen Klopp muss nach den Ausfällen der beiden gesperrten Stürmer Robert Lewandowski und Julian Schieber eine Lösung im Sturm finden. Viele Varianten sind denkbar. Balint Bajner aus der U23 attestierte Klopp "eine tolle Entwicklung". Aber auch das in letzten Wochen immer populärer diskutierte "spanische Modell" wäre eine Variante, mit Reus oder mit Mario Götze in der Spitze, was Platz schaffen würde für Kevin Großkreutz als Stabilisator und Dampfmacher auf der linken Seite oder für Nuri Sahin, wenn stattdessen Ilkay Gündogan eine Position weiter nach vorne rückt.

Doch alle Überlegungen sind abhängig von der Personalie Blaszczykowski. "Kuba" ist eines von vier "Opfern" im BVB-Team, das mit dem Gemisch aus Kunstrasen und Rasen in Donetsk nicht zurechtkam. Eine Zerrung im Hüftbeugeansatz war die Folge. Sie ließ bislang nur Lauftraining zu. "Aber laufen allein", sagte Klopp, "wird am Sonntag nicht reichen."

"Eine Herkules-Aufgabe"



Eine hohe Laufbereitschaft wäre aber vermutlich schon die halbe Miete gegen eine Gladbacher Mannschaft, die erst am Freitag von einer enttäuschenden Europa-League-Reise - die "Fohlen" unterlagen Lazio Rom mit 0:2 und verabschiedeten sich damit aus dem laufenden Wettbewerb - zurückkehrte. Viel Zeit, um zu regenerieren, blieb demnach nicht. "Das wird eine Herkules-Aufgabe", sagte Max Eberl der "Westdeutschen Zeitung". Auch deshalb, weil die Rheinländer Offensivkraft Patrick Herrmann ersetzen müssen, der eine Gelbsperre absitzt.

Dem Wiedersehen mit Reus blickt Eberl indes mit viel Vorfreude entgegen: "Ich denke, Marco wird gebührend empfangen. Ich kenne unsere Fans. Sie haben ein sehr feines Gespür."




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