Dortmund - Die Bayern sind schon enteilt, die Abwehr schwächelt, der Druck steigt: Die Ausgangssituation vor dem Wiedersehen mit den alten Kollegen hat sich Marco Reus anders vorgestellt.

Im ersten Spiel gegen Borussia Mönchengladbach seit seinem Wechsel steht der "Fußballer des Jahres" mit Meister Borussia Dortmund unter Zugzwang. Am Samstagabend (ab 18 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) droht das dritte Spiel in Folge ohne Sieg.

Die Überflieger schwächeln



Immerhin: Auch in Gladbach läuft es seit seinem Weggang alles andere als rund. Die beiden Überflieger der vergangenen Saison schwächeln, die Borussias sind in Verunsicherung vereint. Wohl nicht von ungefähr hörte sich Reus' Kampfansage vor dem Duell ein wenig zaghaft an.

"Wir wollen unsere Fehler abstellen und gegen Gladbach gewinnen", sagte er. Das 2:3 beim Hamburger SV und das seien analysiert, man werde "sehr fokussiert, mit Leidenschaft und Aggressivität" gegen Gladbach auftreten: "Am Samstag müssen wir uns neu beweisen." Und Reus machte klar, dass ihn seine im Spiel bei den Hessen erlittene Kapselverletzung nicht bremsen werde: "Es ist nichts Schlimmes."

Drei Spiele in Folge ohne Sieg unterliefen dem BVB zuletzt in der vergangenen Saison zwischen dem 4. und 6. Spieltag. Danach startete der BVB ohne Niederlage durch bis zum Titel. Auch am Samstag ist es der 6. Spieltag, doch niemand in Dortmund ist abergläubisch und blauäugig genug, um deshalb absichtlich zu patzen.

"Wir wissen, wie man verteidigt"



Trainer Jürgen Klopp musste sich nach zuletzt sechs Gegentoren in zwei Spielen vor allem für seine Abwehr rechtfertigen. "Wir wissen, wie man verteidigt", sagte Klopp, der einräumen musste, dass derzeit "schon mal zwei, drei Meter" fehlten: "Gladbach macht eine ganz ähnliche Phase durch wie wir: In der neuen Saison mit einer neuen Mannschaft die gleiche Selbstverständlichkeit an den Tag zu legen."

Noch zwei Punkte weniger auf dem Konto als der BVB hat die andere Borussia, deren Umstrukturierung nach dem Weggang der Stützen Reus, Roman Neustädter (Schalke 04) und Dante (Bayern München) schleppend vonstattengeht. "Die Mannschaft ist momentan nicht frei", sagte Sportdirektor Max Eberl: "Das hat auch damit zu tun, dass sie sich beeinflussen lässt von den Dingen, die um uns herum passieren."

Eberl erwartet "große Aufgabe"



Eberl bat die Fans um Geduld, betonte aber auch: "Wenn wir von Zeit sprechen, dann darf das für die Mannschaft kein Alibi sein, nicht weiter zu arbeiten und sich hinter etwas zu verstecken." Es gebe genügend Dinge, die Anlass zur Hoffnung gäben: "Momentan sieht es zwar nicht unbedingt so aus. Das liegt aber auch am fehlenden Selbstbewusstsein."

Den Dortmundern unterstellt Eberl, dass sie "angesichts der vergangenen beiden Spiele womöglich etwas angeschlagen" seien, was sie aber "gefährlich" mache: "Es wird eine große Aufgabe, der wir uns aber gerne stellen." Allerdings haben die "Fohlen" personelle Probleme: Luuk de Jong (Fleischwunde) konnte nicht am Abschlusstraining teilnehmen und wird gegen den BVB fehlen. Patrick Herrmann, der beim glücklichen 2:2 gegen den Hamburger SV umgeknickt war, wird vermutlich auf die Zähne beißen - ebenso wie Tony Jantschke (Kapselüberdehnung).



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