Hamburg - Werder Bremen hat nach dem kurzweiligen und intensiven 2:2-Remis im Volksparkstadion den HSV auf Distanz gehalten und seine Niederlagen-Serie gestoppt. Großer Hoffnungsträger bei den Grün-Weißen, die dennoch weiterhin im Abstiegskampf bleiben, ist nicht erst seit Samstag Bremens neuer Nationalspieler Serge Gnabry.

Nach dem Spiel tauschte Serge Gnabry in den Katakomben sein Trikot mit dem Hamburger Pierre-Michel Lasogga. Danach stapfte er erst einmal an den wartenden Journalisten vorbei in die Kabine. Der 21-jährige Neuzugang der Bremen bewahrte seine Mannschaft zum wiederholten Male vor einer Niederlage und ist aktuell Werders neue Lebensversicherung.

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Für die alte namens Claudio Pizarro wurde Gnabry nach 69 Minuten ausgewechselt, was viele Zuschauer zu diesem Zeitpunkt sehr verwundete, war der Jungstar doch bis dahin in der Offensive eine nie zu berechnende Gefahr gewesen.

"Wir wollten die linke Defensivseite durch ein Verschieben von Junuzovic stärken und mit Pizarro zusätzlich einen ballsicheren und körperlich präsenten Anspielpunkt im Zentrum bringen, der Ballbesitz generieren kann", begründete Werders Trainer Alexander Nouri die Auswechslung.

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Gnabry mit Bundesliga-Rekord

Eine gute Leistung hatte Gnabry bis zu seiner Auswechslung aber schon abgeliefert. Zusammen mit Fin Bartels wirbelte der Lockenkopf vor allem in der ersten Halbzeit die HSV-Defensive immer wieder mit schnellen Dribblings durcheinander. Mit seinem Tor zum 2:2 in der Schlussminute der ersten Halbzeit stellte er letztlich den Endstand her und egalisierte einen Bundesliga-Rekord. Der deutsche Nationalspieler traf nämlich auch in seinem fünften Auswärtsspiel für Werder in Folge. Bislang hatte das nur der Rostocker Steffen Baumgart in der Saison 1995/96 geschafft. Mit seinen fünf Auswärtstoren führt er natürlich auch die vereinsinterne Torjägerliste bei den Grün-Weißen an.

"Wir sind schwer ins Spiel gekommen, aber haben das Spiel über die gesamte Distanz offen halten können. Ich denke, das Ergebnis ist gerecht und wir müssen damit leben. Wir haben in einem intensiven Spiel Charakter gezeigt. Zweimal im Derby zurückzuliegen und immerhin einen Punkt zu holen, stärkt unsere Moral", erklärte Gnabry nach dem Spiel.

Durch das Remis beim Erzrivalen stoppte Bremen die vier Spiele andauernde Niederlagen-Serie, bleibt jedoch auswärts seit nunmehr zehn Partien ohne Sieg. "Wir haben all das erlebt, was ein Derby ausmacht: hohe Intensität, viel Leidenschaft. Wir sind nicht so gut ins Spiel gekommen, aber haben zweimal einen guten Geist bewiesen und sind zurückgekommen", bilanzierte Werder Coach Nouri die Partie (>>> Weitere Stimmen zu #HSVSVW).

Lage angespannt - "Müssen galliger sein"

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Trotz des erkämpften Unentschiedens bleibt Werder auf dem Relegationsplatz - Abstiegskampf ist weiterhin angesagt. Eine weitere richtungsweisende Partie steht bereits am kommenden Samstag zuhause auf dem Programm. Dann gastiert der Tabellenvorletzte FC Ingolstadt an der Weser. Mit einem Heimsieg könnten sich die Bremer gegen einen unmittelbaren Konkurrenten etwas Luft verschaffen. Danach warten bis zur Winterpause mit Hertha, Köln und Hoffenheim nur noch Teams aus dem oberen Tabellendrittel auf die Hanseaten.

"Gegen Ingolstadt gilt es jetzt direkt nachzulegen. Man hat gesehen, dass Moral und Mannschaftsgefüge komplett intakt sind, in der nächsten Woche müssen wir einfach wieder konzentriert arbeiten. Wir müssen einfach noch galliger sein", erklärte Torschütze Bartels. Wenn dann am Samstag auch sein Teamkollege Gnabry wieder in Galaform ist, könnte es mit einem Heimsieg gegen die Schanzer klappen - und der Bremer Neuzugang wartet ja auch noch auf sein erstes Tor im heimischen Weserstadion...

Aus Hamburg berichtet Alexander Barklage