München - Sein neues Markenzeichen sind die vor der Brust gekreuzten Arme, wahlweise garniert mit einem Augenzwinkern oder der Zunge im Mundwinkel. Verknüpft ist diese Jubelpose mit dem wahren Markenzeichen des Robert Lewandowski: Tore. Die produziert der Stürmerstar des FC Bayern München wie am Fließband - und bricht damit regelmäßig Rekorde.

Zu seinem Jubiläum im Trikot des Rekordmeisters bereitete sich Lewandowski selbst ein passendes Geschenk. Sein 100. Bundesliga-Spiel für die Münchner krönte der polnische Nationalspieler mit einem Doppelpack. Beim 4:0-Sieg gegen den 1. FSV Mainz 05 traf Lewandowski bereits zum fünften Mal doppelt gegen die Rheinhessen - gegen keinen anderen Gegner gelang ihm das öfter. In den jüngsten zehn Bundesliga-Duellen mit Mainz 05 erzielte Lewandowski 13 Tore.

Video: Alleskönner Lewandowski

Gefährlichster aktiver Torjäger

"Wir haben richtig gut gespielt und von der ersten Minute an das Spiel kontrolliert. Wir haben alles geschafft, was wir geplant haben", sagte der Bayern-Torjäger nach der Partie bei Sky. "Wenn wir so flexibel auf dem Platz sind, ist es für jeden Gegner schwer, uns aufzuhalten." Lewandowskis Lauf ist ohnehin kaum zu stoppen. Mit jetzt schon fünf Saisontoren nach vier Spieltagen übernahm der zweimalige Torschützenkönig die Führung in der Torjägerliste.

>>> Alles zu #FCBM05 gibt es im Matchcenter

Unter den aktuell aktiven Goalgettern in der Bundesliga ist Lewandowski seit Samstag ebenfalls die alleinige Nummer eins. Mit seinen Bundesliga-Toren Nummer 155 und 156 distanzierte der frühere Dortmunder in dieser Statistik den momentan verletzten Wolfsburger Stürmer Mario Gomez, der aktuell bei 154 Treffern steht. Während der Ex-Münchner und -Stuttgarter dafür 272 Bundesliga-Partien benötigte, erreichte Lewandowski seinen Top-Wert in 231 Einsätzen.

Torrekord in den ersten hundert Spielen

Seine Ausnahmestellung belegt ein Blick auf seine Torausbeute in den ersten hundert Ligapartien für den FC Bayern. Die beiden Tore gegen Mainz waren Nummer 81 und 82 im rot-weißen Dress der Münchner - kein anderer Spieler in der Bundesliga-Historie schoss in seinen ersten hundert Partien für einen Club auch nur annähernd so viele Tore wie Lewandowski. Hinter dem 29-Jährigen folgt Rudi Völler mit 73 Toren für Werder Bremen. Selbst FCB-Vereinsikone Gerd Müller gelangen in seinen ersten hundert Bundesliga-Spielen "nur" 62 Tore.

>>> Bayern mit Müller und Teamwork zu alter Stärke

Auch in Sachen Trefferquote hat Müller im Vergleich zu Lewandowski das Nachsehen: Während der "Bomber der Nation" durchschnittlich alle 105 Minuten ein Tor erzielte, landet aktuell im Schnitt alle 102 Minuten ein Torschuss von Lewandowski im Netz. Was ihn für jeden Gegner so unberechenbar macht, ist seine Vielseitigkeit. Auch wenn sein rechter Fuß, mit dem er seine gefährlichen Freistöße schießt, eigentlich sein stärkerer ist, trifft er gerne auch mal mit links oder per Kopf - so wie gegen Mainz.

Unangefochtener Mister Doppelpack

Profitiert hat Lewandowski am Samstag insbesondere von der präzisen Vorarbeit seiner Kollegen. In den konkreten Fällen hießen diese Thomas Müller und der ebenfalls stark aufspielende Joshua Kimmich. "Das war ein super Timing bei Thomas' Flanke", bedankte sich Lewandowski bei Müller und lobte seine Arbeit, Lücken zu reißen: "Seine Bewegung ist für mich immer gut. Er kann zwei Spieler mitnehmen und dann haben wir anderen Spieler mehr Platz." Auch für Kimmich hatte Lewandowski ein Sonderlob parat: "Die zweite Flanke von Joshua war Wahnsinn. Ich habe den Ball richtig gut getroffen."

>>> Lewandowskis Super-Jubiläum

Zum insgesamt 43. Mal traf Lewandowski in seiner Bundesliga-Karriere mehr als ein Mal in einem Spiel. Unter den aktiven Knipsern der Liga ist er damit unangefochten der Mister Doppelpack. Im historischen Ranking fehlt ihm nur noch einer bis Platz drei, den sich Manfred Burgsmüller und Klaus Fischer teilen. Platz eins hat übrigens Gerd Müller mit schier unerreichbaren 87 Doppelpacks inne. Wenn Lewandowski auch in den nächsten 100 Bundesliga-Spielen für die Bayern seine Trefferquote halten kann, scheint aber selbst dieser Rekord nicht unerreichbar.

Aus München berichtet Maximilian Lotz