München - Er ist die Nummer zehn - Rasmus Jönsson ist die zehnte Wolfsburger Neuverpflichtung des Sommers. Im hektischen Endspurt der Transferphase hat sich VfL-Coach Felix Magath noch zu drei Einkäufen hinreißen lassen. Neben Aliaksandr Hleb und Chris erhielt der Schwede Jönsson ebenfalls einen Vertrag bei den "Wölfen".

Seine Verpflichtung sorgte allerdings für weniger Rummel als der Wechsel von Hleb oder davor noch Hitzlsperger. Gerade deswegen ist Jönsson als bislang noch "unbeschriebenes Blatt" gefordert, sich nach vorne zu spielen. Damit er rasch von Transfer Nummer zehn zum Wolfsburger Angreifer Nummer eins wird.

Karrieresprung von Schweden nach Deutschland

"Ich bin sehr glücklich, dieser Wechsel ist ein großer Schritt in meiner Karriere. Die Bundesliga ist eine der größten Ligen Europas und Wolfsburg in Deutschland einer der größten Clubs", freute sich der 20-Jährige, der beim VfL nun passenderweise die Rückennummer 20 trägt. "Mein Ziel ist es, mit der Mannschaft erfolgreich zu sein und mich außerdem als Spieler weiterzuentwickeln. Ich werde hart arbeiten, um meinen Platz im Team zu finden." Sein Vier-Jahres-Vertrag lässt zumindest auf einen großen Vertrauensvorschuss seitens der Verantwortlichen schließen.

Und auch Magath zeigte sich hochzufrieden über seinen Fang: "Ich freue mich über die Verpflichtung eines hochtalentierten Offensivspielers. Rasmus Jönsson kann Tore schießen und auch vorbereiten, er wird uns helfen." Mit dem 20-jährigen Jungspund setzt der gebürtige Unterfranke einen Kontrapunkt zu seinem Leitmotiv, den Kader des VfL mit vorwiegend erfahrenen Spielern neu zu bestücken. Umso mehr Durchsetzungsvermögen wird nun von Jönsson verlangt.

Schneller Aufstieg zum Stammspieler

Als 12-Jähriger kam er 2002 zu Helsingborgs IF. In der Allsvenskan, der höchsten Liga in Schweden, absolvierte er seit seinem Debüt 2008 insgesamt 96 Spiele für den Club und erzielte 27 Treffer. Am Ende seiner ersten Profi-Saison wurde er vom schwedischen Fußballverband als bester Newcomer nominiert. Im Jahr 2010 erlebte er mit dem Gewinn des schwedischen Landespokals das Highlight seiner bisherigen Karriere.

Seine dünnen Beine mögen vielleicht nicht auf enormes Durchsetzungsvermögen hindeuten, seine Qualitäten bewies Jönsson jedoch spätestens bei seinem als Durchbruch gefeierten Auftritt im April 2009 gegen AIK Stockholm. Mit einem "Dreierpack" ließ er auch die letzten Zweifler verstummen.

Lob von höchster Stelle

Zum Mentor des jungen Angreifers wurde Superstar Henrik Larsson, an dessen Seite er bei Helsingborg spielte.
Der Spitzenstürmer ließ sich sogar zu der Aussage hinreißen, Jönsson sei "einer der besten Torjäger", mit denen er jemals gespielt habe.

Das Lob von einem ehemaligen Spieler wie Larsson, der schon für Celtic Glasgow, Barcelona und Manchester United spielte, wird ihm möglicherweise Kraft für den Neustart in der Bundesliga geben. Und hoffentlich seinen Widerhall in den Worten des anspruchsvollen Felix Magath finden.

Sabine Glinker