Für die Schiedsrichter gibt es in der kommenden Saison einige Neuerungen zu beachten - © Joachim Sielski via www.imago-images.de/imago images/Joachim Sielski
Für die Schiedsrichter gibt es in der kommenden Saison einige Neuerungen zu beachten - © Joachim Sielski via www.imago-images.de/imago images/Joachim Sielski
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Handspiel und persönliche Strafen: Das sind die neuen Regeln zur Saison 2020/21

Am 18. September startet die Bundesliga-Saison 2020/21 mit einer geschichtsträchtigen Begegnung: Der FC Bayern München empfängt den FC Schalke 04. Genau 100 Mal trafen diese beiden Clubs in der Bundesliga bereits aufeinander. Es ist auch das erste Mal, dass die vom „International Football Association Board“ (IFAB) und dem Fußball-Weltverband (FIFA) Regeländerungen in der Bundesliga zum Tragen kommen. Wir verraten euch, was es in der kommenden Saison zu beachten gibt.

Weiterhin fünf Wechsel möglich

Wegen der besonderen Situation nach der coronabedingten Pause durften bereits in der Endphase der vergangenen Saison fünf Wechsel pro Club durchgeführt werden. Dies wird auch weiterhin möglich sein. Das beschlossen die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga auf der Mitgliederversammlung am 3. September. Das IFAB hatte für diese Regelung bereits im Vorfeld grünes Licht gegeben. Auch in der Spielzeit 2020/21 stehen dafür während einer Begegnung insgesamt drei Gelegenheiten pro Mannschaft sowie zusätzlich die Halbzeitpause zur Verfügung. Fünf einzelne Wechsel sind damit weiterhin nicht erlaubt.

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Das ändert sich beim Elfmeter

Begeht der Torhüter bei der Ausführung eines Strafstoßes ein Vergehen und der Schütze schießt vorbei oder scheitert am Aluminium, wird der Elfmeter nur noch dann wiederholt, wenn das Vergehen des Torhüters den Schützen eindeutig gestört hat. Pariert der Torhüter den Schuss, wird der Elfmeter in jeden Fall wiederholt.

Neu ist auch, dass der Torwart beim ersten Verstoß nur noch ermahnt wird und nicht sofort die Gelbe Karte sieht. Jeder weitere Verstoß bei der Ausführung eines Elfmeters - entweder desselben oder auch eines späteren im selben Spiel - ist dann mit einer Gelben Karte zu ahnden. Verstoßen Schütze und Torwart gegen die Regeln, wird nur der Schütze verwarnt, weil davon auszugehen ist, dass sein Vergehen das des Torhüters ausgelöst hat.

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- Grafik aus Fußballregeln des DFB

Das ändert sich beim Abseits

Ein absichtliches Handspiel eines verteidigenden Spielers wird nun als absichtliche Aktion gewertet. Das hat zur Folge, dass eine strafbare Abseitsstellung eines Angreifers dadurch aufgehoben werden kann. Schießt beispielsweise ein Angreifer aufs Tor und ein Abwehrspieler versucht, mit der Hand zu klären und fälscht den Ball so zu einem weiteren Angreifer ab, der beim Schuss im Abseits stand und dem sich nun eine gute Torchance bietet, ist diese Position nicht strafbar.

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Das ändert sich bei der Handspielregelung

In Folge eines Handspiels eines Angreifers – auch eines unabsichtlichen – darf kein Tor erzielt werden. Das war in der vergangenen Saison schon so. Der Regeltext ist jetzt aber noch einmal präziser und enger gefasst worden. So heißt es jetzt: „Ein Vergehen liegt vor, wenn ein Spieler oder ein Mitspieler den Ball mit der Hand/dem Arm berührt (ob absichtlich oder nicht) und unmittelbar danach ins gegnerische Tor trifft oder zu einer Torchance kommt.“ Wenn nach einem unbeabsichtigten Handspiel hingegen noch gepasst oder länger gedribbelt wird, ist das Handspiel nicht zu ahnden. Außerdem ist klar definiert worden, in welchem Bereich des Armes überhaupt ein Handspielvergehen verübt werden kann (siehe Grafik).

Das ändert sich bei persönlichen Strafen

Entscheidet der Schiedsrichter bei einem gelb- oder rotwürdigen Vergehen auf Vorteil, muss er die persönliche Strafe in der nächsten Spielunterbrechung aussprechen. Bezieht sich die persönliche Strafe allerdings nicht auf die schwere des Fouls, sondern auf den Versuch der Vereitelung eines aussichtsreichen Angriffs (Gelb) oder einer klaren Torchance (Rot), wird die persönliche Strafe aufgrund der Vorteilsentscheidung eine Stufe abgeschwächt. Statt der Roten gibt es eine Gelbe und statt der Gelben gar keine Karte.

Ähnlich verhält es sich, sollte die angreifende Mannschaft einen Freistoß schnell ausführen, bevor der Schiedsrichter die persönliche Strafe aussprechen konnte. Verwarnungen oder Platzverweise, die aufgrund der schwere des Fouls verhängt werden, bleiben gleich. Für die Verhinderung einer klaren Chance gäbe es so aber im Nachhinein nur Gelb, für ein taktisches Foul ohne glasklare Torchance fällt die Karte komplett weg.

Neu ist auch, dass Spieler für die Missachtung des vorgeschriebenen Abstands jetzt nicht nur bei Freistößen, Eckbällen und Einwürfen, sondern auch bei Schiedsrichterbällen zu verwarnen sind.