Zusammenfassung

  • Naby Keita hat es von den Straßen Guineas bis zu einem Mittelfeldspieler der Kategorie "Weltklasse" geschafft

  • Er überzeugt mit ungewöhnlichen Dribblings durch die Zentrale und seiner Torgefahr

  • Trainer Hasenhüttl: "Du kannst ihn eigentlich nicht draußen lassen"

Köln – Nach nur einem Jahr in der Bundesliga hat sich Naby Keita bereits als absoluter Top-Star etabliert. Sein Weg führte dank seines Talents von den staubigen Straßen Guineas bis nach Leipzig.

"Als er ein kleines Kind war, wusste ich schon, dass er ein großer Fußballer werden würde", erinnert sich Keitas Vater Sekou. Der kleine Naby stach in den Straßen von Conakry, der Hauptstadt Guineas, mit seinem Talent deutlich heraus. Und Sekou Keita sollte recht behalten: Schon jetzt ist der Filius auf dem besten Weg zur Kategorie "Weltklasse".

Ungewöhnlich: Dribblings durch die Zentrale

Der 1,72 große Mittelfeldspieler glänzt dabei mit einer äußerst ungewöhnlichen Spielweise: Während man Dribblings im Spitzenfußball zumeist fast nur über die Außenpositionen sieht, geht Keita, der wahlweise auf der Sechs, der Acht oder auf der Zehn spielen kann, immer durch die Mitte, lässt die Gegenspieler dank seiner herausragenden Technik und Dynamik auf engstem Raum stehen.

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Und die Zahlen belegen das eindeutig: In der laufenden Saison hat Keita bereits 49 Dribblings angesetzt – kein Bundesliga-Spieler kommt auf mehr. Und dabei war der 22-Jährige die letzten drei Spiele aufgrund seiner Rotsperre sogar noch zum Zuschauen verdammt.

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Für einen zentralen Mittelfeldspieler ist Keita außerdem enorm torgefährlich: Acht Treffer und acht Torvorlagen gelangen ihm in seiner ersten Bundesliga-Saison 2016/17, zwölf Tore waren es gar in der Meistersaison mit Red Bull Salzburg 2015/16. Und auch in dieser Spielzeit konnte er sich schon wieder in die Torschützenliste eintragen. Für Leipzig in der Bundesliga und im DFB-Pokal und zuletzt auch als Kapitän Guineas.

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"Er ist am Ball eine Augenweide, ein Spieler den du eigentlich nicht draußen lassen kannst", sagt auch sein Trainer Ralph Hasenhüttl. Der wird auf seinen Mittelfeldmotor ab 2018/19 jedoch verzichten müssen. Jürgen Klopp wollte Keita unbedingt zum FC Liverpool lotsen und konnte den Vertrag bereits vorzeitig klarmachen. Der nächste Schritt in der Karriere des Spielers, den es von den Straßen Guineas, über die französische zweite Liga, ins Österreichische Salzburg bis nach Leipzig gezogen hatte und sich dabei stets hervorragend weiterentwickelte.

Nun will sich Keita aber sportlich noch voll auf RB Leipzig fokussieren. In der Bundesliga sind die Sachsen aktuell vierter und schon wieder auf bestem Wege ins internationale Geschäft. Mit Naby Keita wird das Spiel der Hasenhüttl-Elf dann nach seiner Rotsperre auch wieder auf ein neues Level gehievt. Schon am Samstag, im Topspiel um 18:30, kann er seine Qualitäten im direkten Vergleich mit dem derzeitigen Klassenprimus Borussia Dortmund wieder unter Beweis stellen.

Karol Herrmann