Die Kölner Jecken sangen beim Einmarsch mit Inbrunst die Club-Hymne und bereiteten ihrem Idol den wohl schönsten Tag seit mehr als drei Jahren. Freitagabend um 20:40 Uhr war Lukas Podolski endgültig wieder in der heißgeliebten Heimat angekommen.

Nach dem ersten Spiel im RheinEnergieStadion seit 1.168 Tagen im Trikot des 1. FC Köln ging der Nationalstürmer zur Tribüne, nahm seinen Sohn Louis auf den Arm und streifte ihm die Kapitänsbinde über. Danach gab er Freundin Monica einen Kuss. Hollywood hätte kein besseres Drehbuch schreiben können.

Drei Jahre "Strafbank"

"Ich bin froh, dass ich wieder zurück bin. Danke für eure Unterstützung in den vergangenen Jahren", sagte der 24-Jährige über das Stadion-Mikrofon zu den Fans. Drei Jahre "Strafbank" (der Stadionsprecher) hatte Lukas Podolski bei Bayern München hinter sich, im Sommer ließ ihn Manager Uli Hoeneß wieder nach Hause. Jetzt ist er der glücklichste Mensch der Welt. Die 0:2 (0:1)-Niederlage gegen den deutschen Rekordmeister konnte dabei jeder verschmerzen.

"Das war ein guter Gegner. Wir dürfen uns ohnehin nicht mit den Bayern messen, wir müssen auf andere Gegner schauen", sagte Podolski und fügte an: "Wir dürfen nun aber nicht den Fehler machen, alles schlecht zu machen." Wird wohl auch keiner, auch wenn sich bei der Pleite durch die Tore von Bayern-Neuzugang Mario Gomez (19.) und Poldi-Kumpel Bastian Schweinsteiger (73.) ein Klassenunterschied auftat.

"Nie richtig heimisch geworden"

"Die Zuneigung, die er in dieser Stadt erfährt, hätte er in München wahrscheinlich nie bekommen. Er ist im privaten Umfeld in München nie richtig heimisch geworden. Was er wirklich kann, hat er in den letzten fünf Wochen bei uns gezeigt", sagte Hoeneß.

Gegen seinen Ex-Club hatte Lukas Podolski nicht einmal einen Torschuss. So mischte sich auch leise Kritik in den Poldi-Karneval. "Diese Hysterie ist nicht normal. Es ist sympathisch, dass er zurückgekommen ist und eine tolle Sache für den Verein. Aber man sollte den Jungen nicht ganz bekloppt machen", sagte Leverkusens Ex-Manager Reiner Calmund.

"Die Bäume wachsen nicht in den Himmel"

Deswegen bremste auch FC-Manager Meier ein wenig. "Sportlich gesehen war die Erkenntnis positiv, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen", sagte Meier und blieb auf die Frage nach Poldis Leistung sehr zurückhaltend: "Man wirft uns manchmal vor, dass zu großer Druck auf Lukas lastet. Wir haben heute nicht mehr von ihm erwartet."

Podolski selbst zerreißt sich für den FC und den sportlichen Erfolg. Er mahnte Besserung vor allem für das DFB-Pokalspiel bei Kickers Emden (1. August, 15:30 Uhr).

"Ich bereue keine Sekunde"

Für die Sponsoren und für seinen FC schuftet "Poldi". Aber der Stürmer tut das gerne und ist glücklich mit der Rückkehr: "Ich bereue es keine Sekunde."




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