Nach seinem Höhenflug der vergangenen Wochen ist der Hamburger SV zum Gruppenphasenauftakt der Europa League unsanft gelandet. Die Hanseaten unterlagen beim österreichischen Vizemeister Rapid Wien mit 0:3 (0:2) und erreichten nicht annähernd die Form, mit der sie zuletzt die Tabellenspitze der Bundesliga gestürmt hatten.

Vor 49.850 Zuschauern im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion, dessen Namensgeber den HSV zwischen 1981 und 1987 als Trainer zu zwei deutschen Meistertiteln, einem DFB-Pokalsieg und dem Triumph im Europapokal der Landesmeister geführt hatte, brachte Rapids deutscher Kapitän Steffen Hofmann die Platzherren nach 35 Minuten in Führung. Stürmer Nikica Jelavic erhöhte noch vor der Pause auf 2: 0 (44.). Christopher Drazan traf schließlich zum 3:0 (76.).

Die Hamburger taten sich gegen die dicht gestaffelt stehenden Wiener vor dem Seitenwechsel äußerst schwer und zeigten eine über weite Strecken indiskutable Leistung. In der Offensive mangelte es an Ideen und Esprit. In der Defensive reihten sich immer wieder Fehler aneinander, die Rapid sogar zu einer höheren Pausenführung hätte nutzen können.

Die Wiener, die in der Play-off-Runde bereits den englischen Premier-League-Club Aston Villa aus dem Wettbewerb befördert hatten, präsentierten sich bissiger und zielstrebiger. Vor allem der bewegliche Jelavic sorgte immer wieder für Gefahr vor dem HSV-Tor. Nach 21 Minuten musste Jerome Boateng einen Schuss des Kroaten für seinen bereits geschlagenen Schlussmann Frank Rost von der Linie kratzen.

Hintermannschaft orientierungslos

Rapids Führung war dann jedoch ein Zufallsprodukt. Hofmann, der der Jugend des deutschen Rekordmeisters Bayern München entstammt, brachte eine Freistoß-Hereingabe vom linken Flügel gefährlich in Richtung Gäste-Tor und der von Boateng irritierte Rost ließ den Ball ins Netz passieren.

Neun Minuten später erhöhten die Wiener verdient. Hamburgs Linksverteidiger Dennis Aogo zeigte sich im Zweikampfverhalten gegen Veli Kavlak schwach und Jelavic verwertete die Hereingabe von der rechten Seite aus kurzer Distanz. Hamburgs einzige Chance des ersten Durchgangs vergab Marcus Berg, der den schmerzlich vermissten Paolo Guerrero (Kreuzbandriss) nicht annähernd ersetzen konnte, kläglich (26.).

Auch mit den Neuen kein Schwung

Nach dem Seitenwechsel brachte HSV-Trainer Bruno Labbadia in Jonathan Pitroipa und Guy Demel zwei neue Spieler, am Verlauf der Partie änderte dies jedoch wenig. Die erste gute Chance hatte erneut Rapid. Doch Hofmann scheiterte mit einem Schuss aus rund 16 Metern an Rost (51.). Die Hamburger zeigten sich zwar leicht verbessert, ein Sturmlauf auf das Rapid-Tor blieb jedoch aus. Stattdessen erhöhte Drazan auf 3:0.