Über die Konsequenzen seiner Olympia-Teilnahme gegen den Willen des Vereins sprachen die Verantwortlichen des FC Schalke 04 mit Rafinha. Dabei ging es allerdings nur noch um die Höhe der Strafe.

"Wir haben mit ihm ja bereits vor dem Spiel in Madrid über das Thema gesprochen", erklärte Manager Andreas Müller. "Daher wusste er, dass wir nun mit ihm über eine Strafe sprechen würden. Es wird eine empfindliche Strafe sein, die jedem weh tun würde", so der 45-Jährige.

"Er hat durch sein dauerhaftes Fernbleiben mehrfach gegen seinen Vertrag verstoßen. Mir ist es vor allem auch deshalb wichtig, eine Strafe zu verhängen, um innerhalb der Mannschaft deutlich zu machen, dass wir ein solches Verhalten nicht dulden."

Verband übernimmt Strafe

Rafinha habe dies "sehr entspannt aufgenommen", so Müller. Auch deshalb, weil der brasilianische Fußballverband dem Verteidiger zugesichert habe, eine mögliche Strafe zu übernehmen.

Die Reaktionen der Schalker Fans beim Spiel gegen den VfL auf Rafinha fielen sehr moderat aus. Pfiffe gab es nur wenige. "Die Fans sind feinfühlig und wissen, dass er sich auf dem Spielfeld für die Mannschaft engagiert, immer versucht, auf dem Rasen Gas zu geben", so Müller. "Hinzu kommt, dass er vom Verband auch in den Vertragsbruch getrieben wurde. Das ändert jedoch nichts an der Strafe."

Gegen den Willen des Vereins

Rafinha war gegen den Willen des Vereins Mitte Juli statt ins Trainingslager nach Österreich zum Treffpunkt der Olympia-Auswahl nach Paris geflogen.

Obwohl keine Abstellungspflicht bestand, fehlte er gut einen Monat seinem Arbeitgeber und verpasste somit das Pokalspiel gegen Homburg, das Hinspiel in der CL-Quali gegen Madrid sowie den Bundesligastart gegen Hannover.