Nach dem 1:1 gegen den VfL Wolfsburg hat der 1. FC Köln seinen Vorsprung auf die Abstiegsplätze auf zehn Punkte ausgebaut und es gab trotz der Punkteteilung auch Sieger im Team der Kölner.

Denn die Partie gegen die "Wölfe" brachte in der Domstadt die Erkenntnis, dass die Vertreter der verletzten und gesperrten Spieler (Novakovic, Geromel, Wome, Antar) ihren Job sehr ordentlich erledigten. "Ich war überrascht, wie gut die Mannschaft die Ausfälle kompensiert hat", sagte Kölns Coach Christoph Daum.

Marvin Matip und Kevin McKenna überzeugten in der Abwehr, der 18-jährige Youngster Taner Yalcin gab ein gelungenes Startelfdebüt im Mittelfeld und Stürmer Sergiu Radu wäre beinahe zum Matchwinner avanciert.

Gegen seinen früheren Club gelang Radu nicht nur ein sehenswertes Tor zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung. Er machte auch Werbung in eigener Sache.

Viel Lob für Radu

"Ich habe das schon in der Vorbereitung gezeigt, dass ich normalerweise ein Stürmer bin. Wenn ich im Sturm spiele, fühle ich mich immer gut", betonte der 31-jährige rumänische Nationalspieler, der den FC-Torjäger Milivoje Novakovic erfolgreich vertrat. "Ich habe gezeigt, dass ich auch ein bisschen Qualität habe."

Das "bisschen Qualität" war Daum nicht verborgen geblieben, der dem Stürmer ein Sonderlob zollte: "Radu war gegen Wolfsburg unser agilster Spieler. Der ist unglaublich viel gelaufen, über 13 Kilometer. Das ist ein außergewöhnlich hoher Wert für einen Stürmer. Daran sieht man, wie er sich in den Dienst der Mannschaft gestellt und sich selbst belohnt hat."

Schlaflos in Köln

Auch der junge Taner Yalcin wurde von Daum gelobt. "Er bringt viele Qualitäten mit, hat seine Sache gut gemacht. Ein Kompliment an unsere jungen Spieler."

Für den Youngster war das Spiel ein Erlebnis, das nachwirkte: "Es war ein geiles Gefühl, vor 50.000 Zuschauern in unser Stadion einzulaufen. Ich war ganz aufgeregt. Vorher sowieso. Aber auch noch Samstagabend. Ich bin ganz früh ins Bett - und konnte dann die halbe Nacht nicht schlafen, weil ich noch ganz aufgewühlt war."

"Mit dem Punkt können wir sehr gut leben"

Die Erleichterung bei den Kölnern über den Punktgewinn gegen einen Verein mit internationalen Ambitionen war spürbar. "Das Unentschieden war gerechtfertigt. Die Überraschung am Samstag war der 1. FC Köln. Es war wichtig, das Ergebnis zu erzielen und gut für die Moral", freute sich Michael Meier.

"Wenn uns vorher einer gesagt hätte, wir holen einen Punkt gegen Wolfsburg, dann hätten wir ihn auch genommen", bestätigte FC-Präsident Wolfgang Overath. "Mit dem Punkt können wir sehr gut leben", sagte auch Christoph Daum.

Aus Köln berichtet Tobias Gonscherowski