Den Verantwortlichen von Werder Bremen ist am Freitagabend eine zentnerschwere Last von den Schultern gefallen. Nach sieben sieglosen Spielen in Folge durfte Werder pünktlich zum 111. Vereinsgeburtstag und vor dem Viertelfinale des DFB-Pokals (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker) in der Bundesliga endlich wieder jubeln - die "Grün-Weißen" gewannen mit 2:1 gegen Hertha BSC.

"Nach der Negativserie war ein Sieg für uns enorm wichtig - egal wie. Wir haben gezeigt, dass die Mannschaft noch lebt und Charakter hat", erklärte Bremens Peter Niemeyer, den Thomas Schaaf für Tim Borowski gegen Hertha erstmals in die Startelf befördert hatte, im bundesliga.de-Interview.



Werder-Coach Schaaf sieht sein Team auf einem guten Weg und fordert den nächsten Schritt: "Der Sieg spornt uns an, unseren Weg weiter zu gehen. Ich merke, dass die Dinge, die wir angesprochen haben, eine Wirkung hatten. Jetzt gilt es nachzulegen, uns nicht darauf auszuruhen."

Werder zuhause eine Pokalmacht

Doch der Druck auf den Titelverteidiger ist nicht geringer geworden. Denn für Werder verläuft die Bundesliga-Saison trotz des Sieges am Wochenende bislang enttäuschend, das Team von Thomas Schaaf läuft der Konkurrenz aus Bayern, Leverkusen sowie Schalke weit hinterher und kämpft um den Anschluss an die Europapokal-Plätze.

"Es wäre toll, eine Runde weiter zu kommen, weil es eine zusätzliche Möglichkeit eröffnet, ins internationale Geschäft zu gelangen", ist sich auch Werder Geschäftsführer Klaus Allofs bewusst.

Die Bremer gelten vor dem Duell gegen Hoffenheim aber als Favorit, zumal sie seit über 20 Jahren zuhause nicht mehr aus dem Pokal geflogen und seit 32 Partien dort ungeschlagen sind.

Pizarro meldet sich fit

Bei Werder fällt neben den Langzeitverletzten Daniel Jensen, Sebastian Boenisch und Philipp Bargfrede auch Sebastian Prödl (Magen-Darm-Grippe) aus.

Frohe Kunde ereilte Trainer Schaaf von seinem Vorzeigestürmer Claudio Pizarro, der nach dem Hertha-Spiel noch über Nackenschmerzen geklagt hatte. "Ich gehe davon aus, dass er am Dienstag dabei ist", erklärte Schaaf auf der abschließenden Pressekonferenz. Wie wichtig Pizarro für die Bremer ist, zeigte er gegen Berlin, als er eiskalt zum Endstand abstaubte.

Michael Reis