Sinsheim - Kurz vor dem Abpfiff prallte Pirmin Schwegler mit dem Rücken nach einem Zweikampf noch einmal voll auf den harten Rasen. Der Mittelfeldspieler der TSG Hoffenheim brauchte eine Zeit lang, bis er wieder fit war – aber dann ging es doch weiter. Beim 1:1 gegen Borussia Dortmund ging nicht nur Schwegler bis an seine Leistungsgrenze, die intensive Partie zehrte an den Kräften. Am Ende hatten beide Mannschaften Chancen zum Sieg, mussten sich im Kampf um die Europapokalteilnahme aber mit einem Remis zufrieden geben.

Frage: Herr Schwegler, haben Sie nicht gehofft, dass die Dortmunder nach dem harten Sieg im Pokal-Halbfinale in München am vergangen Dienstag am Ende des Spiels Kräfte verlieren?             

Schwegler: Ja, das haben wir schon. Aber wir haben ja auch alles reingepackt in das Spiel, konnten das aber nicht durchziehen bis zum Schluss, das Tempo war enorm hoch. Wir wollten heute mal wieder alles reinhängen, was wir drin haben. Das hat ja lange geklappt, wir hatten viele Torchancen und hätten das Spiel früh entscheiden müssen.

"Am Schönsten wäre am Ende der sechste Platz"

Frage: Kam der schnelle Ausgleich durch Mats Hummels (35.) nach der Führung durch Kevin Volland (33.) nicht zu früh?

Schwegler: Ja, das war sehr ärgerlich. Aber ich glaube, das war nicht so entscheidend, wir waren auch danach gut drin im Spiel, hatten weiter den Fuß auf dem Gas und weiter gute Torchancen. Ich glaube, es ist immer schön, wenn man nach einem Spiel sagen kann, man hat alles reingeworfen.

Frage: Ist das Ergebnis enttäuschend?

Schwegler: Manchmal reicht es dann eben nicht für einen Sieg, das muss man akzeptieren. Der Gegner war ja auch nicht schlecht.

Frage: Was bedeutet das Ergebnis jetzt im Hinblick auf die mögliche Teilnahme an der Europa-League?

Schwegler: Das ist sicherlich im Moment schwer einzuschätzen, weil man im Moment gar nicht so den Durchblick hat, was am Ende reicht dafür. Sicherlich wäre es am Schönsten, wenn man am Ende Sechster wäre. Ich denke aber, der Verein war in den letzten zwei Jahren in einer Ausgangslage, in der der Druck ein anderer war, deshalb sollte man ein bisschen demütig bleiben. Aber dennoch wollen wir natürlich jetzt das Beste für uns erreichen. Wenn wir in den letzten drei Spielen so agieren wie gegen Dortmund, dann kommen noch ein paar Punkte dazu.

Frage: Man hat den Eindruck, dass die TSG jetzt, am Ende der Saison, immer besser wird…

Schwegler (lacht): … ja, die Hinrunde war schon gut. Aber es stimmt, wir kommen jetzt wieder immer besser in die Spur. Wir haben mit dem BVB einen Top-Gegner unser Spiel aufgezwungen, das ist ein schönes Zeichen.

Frage: Das Restprogramm lautet: auswärts Frankfurt und Leverkusen, Berlin (zum Restprogramm der Europa-Kandidaten) zuhause. Wie schätzen Sie das ein?

Schwegler: Ach, ich bin so lange dabei. Am Ende ist bei vielen Mannschaften der Druck hoch, bei anderen Mannschaften ist die Luft raus – da kann man nicht im Vornherein sagen, was jetzt gut ist. Manche können mit der jeweiligen Situation gut umgehen, manche nicht. Bei uns geht es schon noch um was, das heißt, bei uns ist die Spannung noch hoch und die wollen wir auch hochhalten.

Frage: Kommende Woche geht es für Hoffenheim bei Eintracht Frankfurt weiter, denken Sie schon an die Rückkehr zu Ihrem alten Verein?

Schwegler: Je näher das Spiel rückt, desto mehr denkt man natürlich daran. Für mich ist das ein schönes Spiel, ich freue mich drauf. Die Eintracht hat in Bremen verloren, das heißt, für sie geht es um nicht mehr ganz so viel. Dennoch brauchen wir eine Top-Leistung, um in Frankfurt zu gewinnen. Jetzt wollen wir uns gut regenerieren und dann in Frankfurt ein Spiel wie gegen Dortmund abliefern.

Aufgezeichnet von Tobias Schächter