München - Pep Guardiola hatte einiges nicht gepasst in den letzten Wochen, das musste er einmal klarstellen. Dass die Meisterschaft schon vergeben sei, dass Trainingsspiele bei Bayern München ein höheres Niveau hätten als manche Bundesliga-Partie und so weiter. Alles Unsinn nach seiner Ansicht. "Falsch" war an diesem Montag vor dem Spitzenduell gegen Schalke 04 ein Wort, dass der Spanier häufig benutzte.

Der Trainer des Rekordmeisters war gut vorbereitet, er war deutlich, sehr deutlich. Guardiola hatte unter seinem schwarzen Rollkragenpullover eine eindringliche Botschaft verborgen - und jeden sollte sie diesmal erreichen. Es solle sich bei den Bayern bloß keiner für unantastbar halten. "Wenn wir verstehen, dass wir auch morgen verlieren können, dann sind wir auf dem richtigen Weg", sagte der 44-Jährige bei der Pressekonferenz, und wiederholte mit Nachdruck, dass auch die Münchner in eine Situation wie Borussia Dortmund geraten könnten.

Di Matteo liegt die Allianz Arena

"Man sagt hier immer, alles ist super und einfach. Aber wir dürfen nicht vergessen: Was dem BVB mit Jürgen Klopp, den ich sehr schätze, der einen tollen Kader hat, passiert ist, kann uns auch passieren. Das müssen wir alle hier beim FC Bayern kapieren. Es ist schwer, jedes Spiel zu gewinnen. Es ist unmöglich, fast unmöglich, über zwölf Monate nie zu verlieren." Dann schnippte er mit den Fingern.

Und es ist recht leicht, sich auszumalen, was beim FC Bayern am Mittwoch los wäre, sollte dem verpatzten Rückrunden-Auftakt beim VfL Wolfsburg (1:4) eine weitere Schlappe folgen. Und dazu kommen die Königsblauen am Dienstag (ab 19:30 im bundesliga.de-Liveticker) mit einem Trainer, der bei seinem letzten Besuch in der Allianz Arena für das "Drama dahoam" verantwortlich war: Roberto Di Matteo, der 2012 den FC Chelsea in München gegen die Bayern zum Champions-League-Titel führte.

Guardiola aber wollte sich mit diesem möglichen Szenario nicht beschäftigen. "Ich weiß, in welchem Verein ich bin", entgegnete der Spanier: "Wenn wir gewinnen, sind wir die beste Mannschaft der Welt, wenn wir verlieren, sind wir die Katastrophe der Welt." Gegen "super defensiv organisierte" Schalker sei Geduld gefragt.

Guardiola: "Das war auch mein Fehler"

Guardiola war wesentlich wichtiger, zu erklären, wie diese herbe Pleite in Wolfsburg zustande kommen konnte, warum das nicht allein an Dante oder am Duo Bastian Schweinsteiger/Xabi Alonso gelegen hatte. Guardiola sah grundlegende taktische Gründe und nahm eine Teilschuld auf sich. "Wenn wir den Gegner laufen lassen, wenn wir die Konter nicht kontrollieren, sind wir kaputt. Wir haben in Wolfsburg Jerome Boateng und Dante allein gelassen, das war auch mein Fehler", sagte er.

Gerade Schweinsteiger und Alonso hätten "Motorräder" gebraucht, um die Gegenstöße des VfL zu unterbinden. Mit deren Schnelligkeit habe das aber nichts zu tun gehabt. "Der Ball ist der schnellste Spieler der Welt!", ergänzte Guardiola. Schalke soll das am Dienstag erleben.