Manchester - Zwar mit etwas Verspätung, aber dennoch sichtlich entspannt ist der FC Bayern am Montagnachmittag im 5-Sterne-Hotel "The Lowry" in Manchester angekommen. Locker und gelöst wirkten Spieler, Verantwortliche und Betreuer dank der Tatsache, dass die Münchner nach vier Siegen aus den ersten vier Spielen nicht mehr von Platz eins in der Gruppe verdrängt werden können.

Und das zeigte sich dann auch auf der obligatorischen Pressekonferenz einen Tag vor dem Anpfiff gegen Manchester City (Di., ab 20:30 Uhr im Liveticker) im "Ballroom 2" der noblen Herberge. "Wir sind zwar schon fürs Achtelfinale qualifiziert, aber wir sind Profis und deshalb darf uns das nicht beeinflussen. Wir wollen unsere tolle Serie weiterführen und unser Selbstbewusstsein weiter stärken", erklärte Xabi Alonso, der von 2004 bis 2009 in England beim FC Liverpool aktiv und deshalb von den einheimischen Medienvertretern besonders gefragt war.

Abschied vom starren System

Doch Alonso meisterte alle Fragen zu einer möglichen Rückkehr auf die Insel, der misslichen Lage bei den Gastgebern oder sein Verhältnis zu Frank Lampard auf der Gegenseite genauso clever, wie zuletzt alle brenzligen Situationen auf dem Rasen.

Dass Mario Götze neben Alonso am Rednerpult Platz genommen hatte, geriet dabei fast in Vergessenheit. Dabei machte Götze deutlich, warum die Bayern in dieser Saison national und auch international nur schwierig zu schlagen sind: Der Schlüssel zum Erfolg sei die Flexibilität auf dem Platz. "Wir müssen vom Gedanken wegkommen, dass man starr an ein System gebunden ist. Unser großer Vorteil ist es, dass wir sehen, wo die Räume sind und uns schnell anpassen können. Das ist das entscheidende", so Götze, der in dieser Spielzeit in der Königsklasse in vier Partie schon zwei Tore erzielte.

Anpassen muss sich - wenn vielleicht auch erst im Verlauf des Spiels im Emirates Stadion - Alonso. Denn Bastian Schweinsteiger drängt nach seinem Comeback am Wochenende gegen Hoffenheim zurück in die Startelf und wird dort nach der Verletzung von Philipp Lahm an der Seite des routinierten Spaniers gebraucht.

Alonso freut sich auf Schweinsteiger

Alonso sieht keine Schwierigkeiten darin, mit Schweinsteiger zu harmonieren. "Es ist eine gute Nachricht, dass er wieder dabei ist. Er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns. Ich werde es sicherlich genießen, neben ihm zu spielen", sagte Alonso, der am Spieltag seinen 33. Geburtstag feiern wird.

Auch Trainer Pep Guardiola ist fest davon überzeugt, dass die beiden Strategen keinerlei Eingewöhnungszeit benötigen werden. "Das ist gar kein Problem. Im Gegenteil, es ist sogar total einfach. Sie sind große Spieler mit sehr viel Erfahrung", meinte Guardiola.

Für ihn stellt sich gegen ManCity viel mehr die Frage, ob "wir es schaffen, für uns ein Ziel zu definieren. Denn im Fußball braucht man immer ein Ziel, um top motiviert zu sein. Da ist City im Vorteil, da sie unbedingt gewinnen müssen, um noch eine Chance auf den Einzug in die K.o.-Runde zu haben."

Doch Pep wäre nicht Pep, wenn er auch dafür eine Lösung parat hätte: "Wir werden unsere Philosophie weiter verfolgen, denn jede Partie ist eine Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Unser Motivation ist klar: Wir sind die Bayern und das hier ist Champions League."

Aus Manchester berichtet Michael Reis