Mönchengladbach – Ausgerechnet gegen Aufsteiger FC Ingolstadt ist die Siegesserie von Borussia Mönchengladbach gerissen. Nach sechs Dreiern in Folge musste sich die Fohlenelf gegen die Schanzer diesmal mit einem 0:0 begnügen. Nach dem ersten Gladbacher Remis der Saison überwogen bei Trainer André Schubert trotzdem die positiven Eindrücke.

"Es war klar, dass wir irgendwann mal Punkte abgeben werden", sagte Schubert, nachdem die Borussia erstmals unter seiner Regie die Punkte teilen musste. Die Belastung von sieben Partien in 20 Tagen sei nicht spurlos an seiner Mannschaft vorbeigegangen, was er auch den Laufdaten entnehmen konnte. Tatsächlich lief Ingolstadt insgesamt über drei Kilometer mehr und setzen 35 Sprints mehr an. Mit dem Druck und der Aggressivität der Gäste kamen die Hausherren lange Zeit nicht zurecht. Dennoch erspielten sie sich Chancen und hätten sich in der Schlussminute – trotz Unterzahl nach Gelb-Rot für Granit Xhaka - fast noch für ihren Mut belohnt, doch Ingolstadts Torwart Ramazan Özcan verhinderte mit einer sensationellen Parade  gegen Thorgan Hazard den möglichen Siegtreffer.

Schubert auf den Spuren von Udo Lattek

"Ich muss meiner Mannschaft großen Respekt zollen, dass sie hinten heraus mit einem Mann weniger noch alles raushaut und versucht das Tor zu machen, während ich gedacht habe, es ist doch okay, wenn wir den Punkt mitnehmen", zeigte sich Schubert von der Moral seiner Elf beeindruckt. "Wir hätten auch heute gerne wieder gewonnen, aber wir haben alles getan, was möglich war. Deswegen können wir mit dem Punkt gut leben", so Schubert, der auch in seinem siebten Bundesliga-Spiel als Trainer der Borussia ungeschlagen blieb. Eine solche Startserie als Gladbach-Coach in der Bundesliga hatte zuvor nur Udo Lattek vor 40 Jahren hingelegt. Erst im neunten Spiel kassierte er damals die erste Niederlage.

"Man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat bis zum Ende alles versucht, aber die geistige Frische hat etwas gefehlt", sagte Sportdirektor Max Eberl. Angesichts des strammen Programms der letzten Wochen nur allzu verständlich. Unterm Strich stehen seit der Übernahme durch Favre-Nachfolder Schubert (nach zuvor fünf Niederlagen zu Saisonbeginn) 19 von 21 möglichen Punkten  auf der Habenseite.

Durchschnaufen und Akkus aufladen

Nun gilt es, in der Länderspielpause ein wenig durchzuschnaufen. "Da viele wichtige Spieler verletzt sind, können wir derzeit kaum rotieren. Die vielen Spiele stecken uns inzwischen in den Knochen. Wir müssen nun regenerieren und die Akkus wieder aufladen", sagte Abwehrchef Alvaro Dominguez, der davon ausgeht, dass „"wir in zwei Wochen gegen Hannover wieder hundertprozentig frisch und fit sein werden".  

"Die Mannschaft hat in den vergangenen Wochen einen unglaublich guten Job gemacht. Die Art und Weise wie sie sich präsentiert hat, fußballerisch und kämpferisch – da können wir alle sehr stolz drauf sein. Die Pause haben sie sich nun redlich verdient", meinte Trainer Schubert, für den in der Länderspielpause richtungsweisende Job-Gespräche mit Manager Max Eberl anstehen könnten. Die Spieler jedenfalls haben bisher keinen Hehl daraus gemacht, dass sie mit ihrem Übergangstrainer gerne langfristig weitermachen möchten.  „"Sie können sicher sein, dass ich sehr entspannt in die Gespräche gehe, denn eigentlich steht nichts Besonderes auf der Agenda", übt sich der 44-Jährige weiter in Bescheidenheit. Auch dies trägt durchaus zum positiven Gesamteindruck seiner Arbeit bei. 

 Aus Mönchengladbach berichtet Markus Hoffmann