Es herrscht Aufbruchsstimmung in Hessen. Und es gibt allen Anlass dazu. Denn vergangene Saison feierte Eintracht Frankfurt die beste Spielzeit seit 1993/94. In seinem zweiten Jahr im Amt will Trainer Michael Skibbe nun auf den Erfolg der Vorsaison aufbauen.

Bis sich die Eintracht aber erstmals in einem Pflichtspiel dem eigenen Publikum präsentieren kann, vergeht noch ein ganzer Monat. Kein Problem, meint Skibbe. Schon vor einem Jahr begann Frankfurt mit zwei Auswärtsspielen - und mit Erfolg.

Im Interview mit bundesliga.de spricht der Coach über die Saisonvorbereitung, das anstehende Trainingslager in Österreich und die Ziele für die anstehende Spielzeit. Skibbe erklärt, welche Rolle Theofanis Gekas für ihn spielt und verrät, wie es um die Personalplanungen der Hessen steht.

bundesliga.de: Herr Skibbe, es ist in etwa Halbzeit in der Saisonvorbereitung. Wo steht Ihre Mannschaft?

Michael Skibbe: Das lässt sich schwer in Zahlen fassen. Aber es liegen ja auch noch drei Wochen vor uns. Wir werden auf den Punkt genau fit sein.

bundesliga.de: Worauf haben Sie im ersten Trainingslager besonderen Wert gelegt?

Skibbe: Wir haben sehr viel im Ausdauerbereich gearbeitet und auch sehr viel in Spielformen trainiert. Wir haben versucht eine Mischung zu finden, die Konditionsarbeit zulässt und Ballarbeit nicht ausschließt.

bundesliga.de: Und was erwartet die Mannschaft beim zweiten Trainingslager in Kärnten?

Skibbe: Da werden wir sehr viel im taktischen Bereich arbeiten, so wie in der vergangenen Saison auch.

bundesliga.de: Sie haben eine unheimlich erfolgreiche erste Saison mit der Eintracht gehabt. Stecken Sie die Ziele für die Spielzeit 2010/11 noch höher?

Skibbe: Natürlich wollen wir uns wieder ein Stückchen verbessern. Aber um ein endgültiges Ziel auszugeben, müssen wir erst einmal wissen, wie die Kader unserer Konkurrenten verstärkt werden und ob wir verletzungsfrei durch die Vorbereitung kommen. Deshalb legen wir unser Ziel erst nach dem Trainingslager in Kärnten fest.

bundesliga.de: Einer der Neuzugänge in Frankfurt ist Theofanis Gekas. Welche Rolle soll der Grieche in Ihrer Elf spielen?

Skibbe: Er soll unsere Torgefahr im Angriff erhöhen. Er ist ein echter Knipser, ein Strafraumstürmer. Vorne sind wir mit ihm, mit Ioannis Amanatidis, Martin Fenin sowie Halil Altintop sehr gut bestückt. Das sind alles Nationalspieler, von denen unsere jungen Nachwuchsstürmer sehr viel lernen können und die selbst für gute Qualität und Leistung bürgen.

bundesliga.de: Wird die Eintracht in den kommenden Wochen noch weitere Neueinkäufe tätigen? Und wenn ja, wo sehen Sie noch Lücken in Ihrem Kader?

Skibbe: Nein, wir sind komplett. Wir wollen unseren Kader eher noch reduzieren, was aber nicht leicht wird, da viele Vereine ihre Kader reduzieren.

bundesliga.de: Vor der Abfahrt nach Kärnten spielt die Eintracht noch gegen den FC Chelsea. Ist ein Spiel gegen solch ein Spitzenteam schon etwas mehr als nur ein gewöhnlicher Test?

Skibbe: Es ist eine tolle Sache, sich gegen eine Topmannschaft aus der Weltspitze beweisen zu können. Wenn man sich mit solchen Gegnern misst, kann man zum einen wichtige Erfahrungen sammeln und zum anderen sieht man, woran man noch arbeiten muss. Allerdings ist es trotzdem und auch für Chelsea nur ein Freundschaftsspiel.

bundesliga.de: Das erste Pflichtspiel bestreitet Frankfurt im Pokal in Wilhelmshaven, das erste Liga-Spiel in Hannover. Erst am 28. August gibt es ein Pflichtspiel daheim. Bekommt man da ein wenig "Heimweh"?

Skibbe: Nein. Wir sind ja auch im vergangenen Jahr mit zwei Auswärtsspielen gestartet. Zuerst haben wir in Offenbach gewonnen, dann in Bremen. Ich nehme das gerne als gutes Omen für den Start in diese Saison.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz