München - Chinedu Obasi will mit seinem Wechsel von 1899 Hoffenheim zum FC Schalke 04 an erfolgreichere Bundesligazeiten anknüpfen. Denn von dem Obasi, der Hoffenheim in der Saison 2007/2008 mit zwölf Treffern in die Bundesliga schoss und in der darauf folgenden überragenden Hinrunde der Kraichgauer starke sechs Treffer erzielte, war zuletzt nicht mehr viel zu sehen. Nun soll dies auf Schalke besser werden - doch wo wird Obasi zum Einsatz kommen?

Der 25-Jährige macht Schalkes Offensivkünster Jefferson Farfan auf jeden Fall Konkurrenz - der Peruaner wird nach jetzigem Stand beim FC Schalke bleiben.

Am liebsten als Strafraumstürmer

Dass Obasi und Farfan zusammen auf den Platz stehen, erscheint wenig realistisch - zu ähnlich sind sie sich in ihrer Spielweise und Position als offensive Flügelspieler.

Obasi selbst sieht sich am liebsten als Strafraumstürmer agieren. Als solcher hat er auch in seinem ersten Jahr bei Hoffenheim und zuvor bei Lyn Oslo in Norwegen gespielt, was dafür spricht, dass dies eine alternative Einsatzmöglichkeit für den Nigerianer wäre.

Auch im Zentrum harte Konkurrenz

Auch in der Sturmspitze wartet mit Raul und Klaas-Jan Hunterlaar erstklassige Konkurrenz, denn S04 hat in der Hinrunde die meisten Stürmertore aller Bundesligisten erzielt. Raul traf zehn Mal ins gegnerische Tor, während sein niederländischer Sturmkollege sogar schon 15 Mal einnetzte. Somit erscheint es wahrscheinlich, dass Obasi auch im Sturmzentrum nur die Reservistenrolle bleibt.

Bleibt also die Chance, dass er Farfan auf dem rechten Flügel verdrängt und dessen Platz in der Startaufstellung einnimmt.
"Ich fühle mich eigentlich auf allen Positionen in der Offensive wohl. Mein Anspruch ist es, mich ständig zu verbessern. Für mich zählt, dass ich zum Einsatz komme und dem Team helfen kann", sagt Obasi, der sich kämpferisch zeigt: "Der Konkurrenzkampf auf Schalke ist riesengroß. Aber die hohe Qualität im Training spornt mich an."

Er bleibt optimistisch, auch wenn der direkte Konkurrent Farfan in der Hinrunde in allen maßgeblichen Statistiken wesentlich besser abschnitt als sein neuer Mannschaftskollege - wie ein Blick in die Datenbank zeigt.

Statistische Vorteile für Farfan

Während Farfan in der Hinrunde immerhin zwei Tore zum Schalker Erfolg beisteuern konnte, blieb Obasi bisher torlos. Sein letztes Bundesligator markierte der nigerianische Nationalspieler vor mehr als eineinhalb Jahren. Auch als Flankengeber kann er Farfan nicht das Wasser reichen: Obasi bereitete in seiner Bundesligakarriere nur einen Treffer auf diese Art und Weise vor, Farfan kommt hingegen auf neun Vorbereitungen durch Hereingaben. Obasi spielte zudem mehr Fehlpässe und verlor mehr Dribblings als der Peruaner.

Für Obasi spricht das Entwicklungspotenzial. Er ist fast drei Jahre jünger ist als Farfan und könnte in dieser Zeit noch einen Leistungssprung machen. Allerdings wurde Obasi lediglich für ein halbes Jahr ausgeliehen. Zwar hat sich Schalke ein Vorkaufsrecht für einen Transfer im Sommer 2012 gesichert, aber Obasi hat nur wenig Zeit, um die Verantwortlichen von seinen Qualitäten zu überzeugen - und eventuell nur eine limitierte Spielzeit.

"Europapokal war immer mein Traum"

Doch vielleicht ergibt sich für Obasi die Chance, im Europapokal zu zeigen, was er kann. Gerade auf die Tatsache, dass er auch international für Schalke spielen kann, hat der Club offenbar viel Wert gelegt. "Er ist sofort für die Partien in der Europa League spielberechtigt", betonte Manager Horst Heldt bei Bekanntgabe der Verpflichtung.

Auch der Angreifer freut sich auf internationale Auftritte. "Im Europapokal am Ball zu sein, war immer mein Traum", so Obasi, der für die Rückrunde große Ziele formuliert. "Und in der Bundesliga sieht die Tabelle auch gut aus. Die Qualifikation für die Champions League sitzt drin."

Insofern bleibt für die Schalker Fans die Hoffnung, dass Obasi in die Offensivabteilung integriert werden kann und er sein in der Vergangenheit gezeigtes Können wieder abrufen kann. Eine zusätzliche Option und ein Qualitätsgewinn in der Breite des Kaders ist er allemal. Und wenn es tatsächlich passieren sollte, dass Obasi mit Farfan, Huntelaar und Raul zusammen auf dem Platz steht, dann haben die "Knappen" in jedem Fall eine sehr schlagkräftige Angriffsformation, und es stünde einer endgültigen Verpflichtung Obasis im Sommer nicht viel im Wege.

Daniel Knoke

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