Paderborn - "Die Null muss stehen", lautete die Devise des SC Paderborn 07 beim Auswärtsspiel in Köln. Der Plan ging auf. Die Ostwestfalen holten im Duell der beiden Aufsteiger beim 0:0-Unentschieden den ersten Rückrundenpunkt.

"Auf der Defensivleistung können wir aufbauen", sagt Paderborns Mannschaftskapitän Uwe Hünemeier im Interview mit bundesliga.de.

Frage: Uwe Hünemeier, wieviel bedeutet der Punktgewinn in Köln für den SC Paderborn 07?

Uwe Hünemeier: Viel. Nach den beiden negativen Spielen (0:5 in Mainz und 0:3 gegen Hamburg, die Red.) war es wichtig, kompakt zu stehen. Wir wussten, dass die Kölner sich zuhause schwer tun, das Spiel zu machen. Das war gerade in der ersten Halbzeit über weite Strecken zu sehen. Sie waren immer gefährlich, wenn das Spiel ein bisschen offener wurde und wir die Kompaktheit verloren haben. Aber über weite Strecken des Spiels haben wir das sehr gut gemacht. Deswegen können wir mit dem Punkt sehr gut leben.

Frage: Inwieweit hilft das Remis weiter?

Hünemeier: Nach zwei solchen Niederlagen kann man auch nicht erwarten, dass wir in Köln mit breiter Brust auftreten und Hurrafußball spielen. Wir müssen step-by-step gehen. Und das war der erste kleine Schritt, um in den kommenden Wochen auch noch einen weiteren Schritt gehen zu können.

"Nur so können wir bestehen"

Frage: Wie zufrieden waren Sie mit Ihrer Leistung an der Seite von Rafa Lopez in der Innenverteidigung?

Hünemeier: Es ist für die ganze Mannschaft wichtig, zu null zu spielen. Das gibt einem ein gutes Gefühl. Es ist auch mal wieder gut, dem Torwart die Bude sauber zu halten. Für Lukas Kruse war es in den letzten Wochen auch nicht einfach. Es waren viele Bälle drin, bei denen er nichts mehr retten konnte. Heute war er in zwei, drei Szenen super für uns da. Das war ganz wichtig. Es hat insgesamt gut funktioniert. Auf der Defensivleistung der ganzen Mannschaft können wir aufbauen. Nur so können wir bestehen.

Frage: Wie wichtig ist es für Sie als Innenverteidiger den selben Spieler an Ihrer Seite zu haben?

Hünemeier: Für mich ist es kein Problem mit verschiedenen Innenverteidigern an meiner Seite zu spielen. Ich habe mit allen drei schon meine Spieler gemacht. In der letzten Saison habe ich mit Christian Strohdiek extrem viele Spiele absolviert, mit Patrick Ziegler eher weniger, weil er oft auf der Sechs gespielt hat. Mit Rafa Lopez hat es auch funktioniert. Man sieht seine Erfahrung und sein Näschen. Er hat auch das Auge dafür und die Qualitäten. Man kann schon sehen, warum er so viele Spiele in der spanischen Primera Division gemacht hat. Es ist immer gut, einen so erfahrenen Mann neben sich zu haben. Er hat seine Sache sehr gut gemacht. 

Frage: Muss sich die Mannschaft in erster Linie über eine stabile Defensive wieder ihr Selbstvertrauen zurückholen?

"Möglichst lange die Null halten"

Hünemeier: Natürlich erarbeitet man sich einen Matchplan dahingehend, möglichst lange die Null zu halten. Der Matchplan ist dahin, wenn man nach fünf Minuten das 0:1 bekommt. Dann muss man zwangsläufig schneller offensiver werden und gibt dadurch mehr Räume frei. Diesmal konnten wir lange an unserem Plan festhalten und haben versucht, immer wieder Nadelstiche zu setzen. Leider kam vorne der eine oder andere Ball nicht dahin, wo er hin sollte. Aber jeder arbeitet konzentriert gegen den Ball. Dass dann die Konzentration mit Ball verloren geht, muss man auch mit einkalkulieren. Wir haben jetzt erst einmal sehr gut gegen den Ball gearbeitet. Den nächsten Schritt müssen wir dann in der Verbesserung des Offensivspiels machen.

Frage: Wie schafft es die Mannschaft jetzt, dass nach vier Spielen ohne eigenen Treffer auch vorne der Knoten mal wieder platzt?

Hünemeier: Wir hatten gegen Köln schon zwei, drei gute Szenen. Die Chance von Elias Kachunga war sehr gut herausgespielt, die Chance von Michael Heinloth. Das waren unsere Szenen. Mit ein bisschen Glück machen wir auch wieder ein Tor. Das Glück muss man sich dann erarbeiten. Das kann im nächsten Spiel auch wieder anders aussehen. Wir müssen natürlich auch wieder Torte schießen, um Spiele zu gewinnen. Das ist klar. Aber diesmal war es wichtig, so kompakt aufzutreten, wie wir es getan haben.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski