München - Die Nachwehen der Auftaktniederlage gegen Gladbach sind beim FC Bayern noch nicht abgeklungen, doch die Zuversicht ist schon wieder eingekehrt beim Rekordmeister. Verteidiger Holger Badstuber ist sich drei Tage nach dem sicher, dass die Bayern seitdem einen "guten Schritt nach vorne gemacht haben".

Und Franck Ribery ist nach Ablauf seiner Gelb-Rot-Sperre sogar schon wieder zu Scherzen aufgelegt. Während eines laufenden Pressegesprächs an der Säbener Straße streckte er seinen Kopf durch die Tür und machte den Journalisten per Zwischenruf klar, dass er auf seinen ersten Rückrundeneinsatz brennt.

"Brutal für unsere Fehler bestraft"

Vergessen ist der schlechte Start aber noch nicht. Zu tief sitzt der Stachel der Niederlage. "Wir wurden brutal für unsere Fehler bestraft", sagte Mario Gomez. "Aus vier Kontern haben die drei Tore gemacht".

Zudem habe sich die Mannschaft "nach einem 0:1-Rückstand wieder sehr schlecht angestellt". Anschließend habe sein Team zu "schematisch gespielt" und "nicht die richtigen Mittel gefunden", um die Gladbacher Defensive zu knacken. Während der Stürmer taktische Mängel monierte, vermisste Innenverteidiger Holger Badstuber im Spiel des Rekordmeisters die "absolute Aggressivität". Der Abwehrverbund habe zudem im Gegensatz zur erfolgreichen Hinrunde "ein bisschen geschlampt".

Badstuber stellte die Stärke der Mönchengladbacher in den Vordergrund, die den Bayern mit ihrer konsequenten Verteidigung und dem erfolgreichen Konterspiel den Zahn gezogen haben. Schalke und Dortmund rangieren nun punktgleich mit den Bayern, auf einen Punkt ist der Vorsprung auf die Borussia geschrumpft.

Gladbach nicht der Hauptkonkurrent

Trotzdem sehen die Münchner im Team von Trainer Lucien Favre nicht den Hauptkonkurrenten um die Meisterschaft. Immerhin räumte Gomez ein, dass man die Gladbacher im Titelkampf ernstnehmen müsse. "Wenn eine Mannschaft unsere wenigen Fehler so brutal ausnutzt, dann zeigt das, dass sie viel Klasse hat", sagte er. Vom Potenzial her schätzte er Borussia Dortmund allerdings stärker ein.

Die Bayern stehen angesichts der stark aufgelegten Konkurrenz am Samstag gegen die runderneuerten Wolfsburger unter Zugzwang. Dabei müssen die Münchner auf ihren Abwehrchef Daniel van Buyten verzichten, der sich zum Rückrundenauftakt einen Mittelfußbruch zugezogen hat.

"Jerome wird seine Sache gut machen"

Für van Buytens Nebenmann Badstuber stellt das kein Problem dar. "Wir sind in der Breite so gut besetzt, dass wir Ausfälle gut kompensieren können", glaubt der Innenverteidiger. Dass es für ihn Probleme mit dem Partnerwechsel zu van-Buyten-Vertreter Jerome Boateng geben könnte, schließt Badstuber aus. "Ich habe mit Jerome bestimmt schon zehn Spiele gemacht, deshalb ist das keine große Umstellung", bekräftigt er.

Das sei zwar ein "Ausfall für die Mannschaft und bitter für Daniel", aber Badstuber ist sich sicher: "Jerome wird seine Sache gut machen." Beim Nationalspieler ist die Zuversicht vor dem schweren Heimspiel groß: "Wir werden gegen Wolfsburg zeigen, dass die Niederlage nur ein Ausrutscher war", sagte der Abwehrspieler. Das Selbstvertrauen hat beim Rekordmeister durch die Pleite in Gladbach offenbar nicht gelitten.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Knoke