Berlin – Zwei ganz entscheidende Routiniers im Trikot von Hertha BSC kommen aus dem hohen Norden. Sowohl Rune Jarstein als auch Per Ciljan Skjelbred standen beim 2:0 gegen Eintracht Frankfurt im Fokus.

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Es läuft die 29. Minute im Spiel der Hertha gegen Frankfurt. Gästestürmer Ante Rebic sprintet mit dem Ball alleine auf Keeper Rune Jarstein zu. Der Ein-Meter-90-Mann bleibt lange stehen. Als Rebic abschließt, pariert der 32-Jährige mit einem Klassereflex den Schuss. Das war ein "Matchball" für die Eintracht, erklärte Innenverteidiger Sebastian Langkamp nach der Partie. Die Eintracht konnte ihn nicht nutzen – wegen Jarstein. "In der ersten Halbzeit haben wir keine Topleistung gezeigt", sagte der Torwart und vergaß bescheidenerweise zu erwähnen, dass das für ihn selbst nicht galt.

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Seit anderthalb Jahren ist der Norweger die Nummer eins im Hertha-Tor. Dabei ist Jarstein ein mitspielender Keeper. Das macht es für Langkamp und die anderen Vorderleute einfacher – sie wissen, sie können ihren Torwart immer anspielen. Aber auch im Kerngeschäft eines Torhüters verkörpert Jarstein Bundesliga-Spitzenniveau. Er parierte gute 72 Prozent der Bälle auf sein Tor, fing sich erst zwei Weitschussgegentore ein und auch bei hohen Bällen agiert der Norweger souverän. Vor allem vereitelte er viele gegnerische Großchancen, in acht Spielen blieb er sogar ganz ohne Gegentor – das gelang nur Bayern Münchens Manuel Neuer öfter, nämlich zehn Mal.

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Inzwischen hat Jarstein sich auch im norwegischen Nationalteam gegen einen Konkurrenten aus der Bundesliga durchgesetzt. Ingolstadts Örjan Nyland stand in den EM-Play-offs, als man an Ungarn scheiterte, im Tor. In der aktuellen WM-Qualifikation ist Jarstein die Nummer eins. 2016 wurde der Hertha-Keeper zudem zu Norwegens Fußballer des Jahres 2016 gekürt - als erster Torwart seines Landes. Wenn er sich mal nicht mit Fußball beschäftigt, dann verbringt Jarstein seine Freizeit mit der Familie. Mit seiner Frau hat er zwei Töchter.

Jubiläum für "Schelle"

Die Familie ist auch für Per Ciljan Skjelbred sehr wichtig. Jarsteins norwegischer Landsmann hatte vergangene Woche seinen Rücktritt aus der Nationalmannschft verkündet. Der Mittelfeldspieler will mehr Zeit mit seinen Kindern verbringen. Aber auch Hertha dürfte profitieren – so kann der laufstarke Skjelbred während der Länderspielpausen besser regenerieren. Immerhin wird Schelle, wie sie ihn in Berlin rufen, im Juni 30 Jahre alt.  Dennoch riss er gegen Frankfurt 11,6 Kilometer ab und bestach mit einer Zweikampfquote von 67 Prozent.

Trotzdem wusste Skjelbred, wem für den Sieg gegen die Eintracht neben den Torschützen Vedad Ibisevic und Vladimir Darida der Hauptdank gebührte: "Rune hat super gehalten heute", lobte Norwegens Fußballer des Jahres 2013 seinen Landsmann. Für Skjelbred bedeutete die Partie ein Jubiläum: Zum 100. Mal lief er in der Bundesliga für die Alte Dame auf. "Überragend" fand Skjelbred es, dass Hertha ausgerechnet in seinem Jubiläumsspiel wieder auf Platz fünf sprang.

Jetzt gegen Skjelbreds Ex-Club

Und nun geht es gegen Schelles Ex-Club, den Hamburger SV. Bei dem weiß man nicht so genau, wie er die 0:8-Niederlage in München verdauen wird. Aber vielleicht noch wichtiger: Die Hanseaten müssen am Mittwoch noch im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen Mönchengladbach ran. Beste Voraussetzungen also, damit Skjelbred beim Gegner wieder alles in Grund und Boden läuft. Und wenn doch mal ein gegnerischer Angreifer durchkommt, dann ist hinten Rune Jarstein da.

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