München - Am Donnerstag steht die zweite Runde der Europa League-Playoffs an. Die beiden deutschen Teilnehmer Hannover 96 und Schalke 04 gehen unter sehr unterschiedlichen Vorzeichen in ihre Partien.

Während Hannover im Hinspiel zuhause über den favorisierten FC Sevilla triumphierte, wurde der FC Schalke vom finnischen Außenseiter Helsinki mit einem schnörkellosen 0:2 überrascht. bundesliga.de präsentiert die wichtigsten Statistiken zu den Begegnungen.

Mit Heimvorteil zurückschlagen

Es ist noch nicht aller Tage Abend: Die "Königsblauen" feierten am dritten Bundesliga-Wochenende erst wieder einen Sieg nach 0:2-Rückstand gegen Mainz 05 und haben außerdem diesmal gegen die Finnen den Heimvorteil auf ihrer Seite.

Obwohl die Hannoveraner letzte Woche noch ihren 2:1-Erfolg gegen Sevilla bejubelten, sollten die Niedersachsen ihre vermeintlich gute Ausgangslage nicht überschätzen. Nach den beiden bisher gewonnenen K.o.-Hinspielen im Europapokal, 69/70 gegen Ajax Amsterdam und 65/66 gegen den FC Barcelona, schied 96 letztendlich dennoch aus.

Lupenreine Bilanz gegen finnische Teams

Auf Schalke hätte man dieser Tage wohl gerne solche Probleme, mit dem sichergeglaubten Hinrunden-Sieg gegen HJK Helsinki wurde es nichts. Trotz allem gibt es weiterhin Grund zur Hoffnung. Zehn Mal kam es in der Europacup-Historie zum K.o.-Duell zwischen einem deutschen und einem finnischen Team. Doch noch nie setzten sich dabei die Skandinavier durch.

Sorgen machen sollte man sich in Gelsenkirchen eher, weil allzu deutliche Auswärtsniederlagen in Hinspielen bislang zumeist nicht mehr wettzumachen waren. Gaben die "Knappen" ein Hinspiel auf fremdem Rasen mit mehr als einem Tor Differenz ab, schieden sie in zwei von drei Fällen aus: 1858/59 im Viertelfinale des Landesmeister-Cups gegen Atletico Madrid (erst 0:3, dann 1:1) und 1977/78 in der 2. Runde des UEFA-Pokals gegen den 1. FC Magdeburg verloren sie gleich beide Duelle (2:4 bzw. 1:3).

Ausscheiden, aber bitte in Maßen

Die einzige Ausnahme bildete das allererste Duell der Schalker im Europapokal 1958/59. Damals gelang ihnen in der ersten Runde gegen den dänischen Kontrahenten B 1903 Kopenhagen nach einer 0:3-Auswärtsniederlage im Hinspiel doch noch das Comeback. 5:2 gewann Schalke schließlich in Gelsenkirchen. Anders als durch die moderne Auswärtstor-Regel wurde zu jener Zeit der Sieger in einem Entscheidungsspiel ermittelt, ein 2:1-Erfolg reichte Schalke dann zum Einzug in die nächste Runde.

Hoffnung macht den deutschen Vereinen eine weitere Statistik: Bis zur laufenden Saison mit dem Ausscheiden der Mainzer gegen Gaz Metan Medias war noch nie ein deutsches Team in der Qualifikation zur Europa League oder zum UEFA-Pokal gescheitert. Auch angesichts des gerade wieder zurückeroberten dritten Champions League-Platzes soll und muss also Hoffen noch erlaubt sein.

Sabine Glinker