Zusammenfassung

  • Niklas Süle wird bis zum Ende der Saison den verletzten Jerome Boateng vertreten

  • Der Neuzugang aus Hoffenheim ist derzeit richtig stark in Form

  • Jupp Heynckes schenkt dem Abwehrmann das nötige Vertrauen

München - Voller Zuversicht blickt der FC Bayern München auf das Halbfinal-Rückspiel in der Champions League. Der lockere 4:1-Erfolg über Eintracht Frankfurt diente als passender Stimmungsaufheller nach der unglücklichen 1:2-Niederlage im Hinspiel gegen Real Madrid. "Es war wichtig, dass wir mit einem positiven Spiel nach Madrid fahren. Da haben wir nämlich einiges vor", sagte Niklas Süle. Der 22-Jährige geht voller Selbstvertrauen in seine Premiere im Estadio Santiago Bernabeu.

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Im Hinspiel habe man gesehen, "dass wir uns vor denen nicht verstecken müssen", betonte der Innenverteidiger. "Es wird ein extrem schwieriges Spiel, aber wir haben die Qualität, das auch zu schaffen." Die Ausgangslage ist klar: Um den Traum vom Finale zu realisieren, müssen die Bayern mindestens zwei Tore schießen - das würde reichen, sofern sie keinen Gegentreffer kassieren.

Süle schon mit 39. Pflichtspiel-Einsatz

In der Defensive dürfte es nach der Verletzung von Jerome Boateng insbesondere auf Neuzugang Süle angekommen. "Ich habe dieses Jahr schon so viele Spiele machen dürfen, mit denen ich nicht gerechnet habe", sagte Süle. Ein Einsatz am Dienstag wäre bereits sein 39. in einem Pflichtspiel in dieser Saison - weder Mats Hummels, noch Boateng haben mehr.

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Dass er in irgendeiner Form von Boatengs Verletzung "profitiere", sei "völliger Quatsch", unterstrich Süle. "Ich gönne das keinem Spieler, egal ob auf meiner Position oder nicht. Für unser Team wäre es wichtig gewesen, dass wir alle fit sind und auch, dass Jerome dabei ist." Im Hinspiel musste Boateng nach gut einer halben Stunde mit einer Muskelverletzung im Oberschenkel ausgewechselt werden. Trotz des Kaltstarts löste Ersatzmann Süle seine Aufgabe zuverlässig und beeindruckte mit einer Zweikampfquote von 100 Prozent.

Heynckes schenkt Süle "unglaublich viel Vertrauen"

"Ich versuche jetzt, das Beste für die Mannschaft zu geben. Das versuche ich schon, seit ich hier bei Bayern bin. Und ich hoffe, dass ich meinen Teil dazu beitragen kann, dass wir ins Finale einziehen", sagt Süle. Nachdem er im vergangenen Sommer von der TSG 1899 Hoffenheim nach München kam, habe er in seiner Entwicklung "einen Schritt nach vorne gemacht". Dabei spielt laut Süle auch Jupp Heynckes eine wichtige Rolle. "Der Trainer schenkt mir unglaublich viel Vertrauen."

© imago / Sven Simon

Im Hinspiel am vergangenen Mittwoch half der Nationalspieler mit, Superstar Cristiano Ronaldo weitestgehend aus dem Spiel zu nehmen. Immerhin: Der Portugiese blieb erstmals in dieser Saison in einem Champions-League-Spiel ohne eigenen Treffer, nachdem er zuvor in allen zehn Spielen getroffen hatte. "Ronaldo haben wir im Hinspiel gut im Griff gehabt, aber trotzdem haben wir 1:2 verloren", brachte es Süle auf den Punkt. "Dass du nicht alles verteidigen kannst, ist klar. Genauso kann Real nicht alles von uns verteidigen." Mit seinem Tor zum 4:1-Endstand gegen Frankfurt hat Süle der Offensivabteilung des Rekordmeisters am Samstag vorgemacht, wie es geht.

Hoffnung bei Verletzten

Auch Sandro Wagner brachte sich mit seinem achten Treffer und einem Assist in seinem zwölften Ligaspiel für die Bayern als zusätzliche Option im Sturm ins Spiel. "Das Tor hätte ich früher nicht besser machen können", verteilte Trainer Jupp Heynckes ein Sonderlob an den Winter-Neuzugang. Ohne die verletzungsbedingten Auswechslungen wäre Wagner bereits im Hinspiel eine Option gewesen. "Der Trainer hat mir gesagt, er hätte mich gerne gebracht, aber wir hatten ja drei Verletzte. Was soll er da machen? Da musst du dann positionsbedingt auswechseln. Wenn er noch eine vierte Auswechslung gehabt hätte, wäre ich reingekommen", erklärte Wagner. "Jetzt haben wir noch ein Rückspiel und da will ich unbedingt spielen."

Ob der am Mittwoch frühzeitig ausgewechselte Arjen Robben wieder einsatzbereit ist, ließ Heynckes am Samstag noch offen. "Bei Arjen muss man abwarten. Er selbst muss signalisieren, dass es geht und er keine Beschwerden hat", sagte der Bayern-Trainer. Besser sieht es bei Javi Martinez aus, der nach seiner Schädelprellung bereits am Samstag wieder mit leichtem Training beginnen konnte. Unabhängig davon, wer in Madrid auf dem Platz stehen wird, lautet Süles Devise: "Am Dienstag müssen wir alles raushauen." In erster Linie Real.

Aus München berichtet Maximilian Lotz