Bayern München, der FC Schalke 04 und Bayer Leverkusen liefern sich einen harten Dreikampf an der Bundesliga-Spitze. bundesliga.de präsentiert in einer Interview-Serie vor dem 27. Spieltag zu jedem Verein einen prädestinierten Experten. Heute: Ingo Anderbrügge.

Anderbrügge wechselte im Sommer 1988 vom Erzrivalen Dortmund nach Gelsenkirchen und nahm noch dazu einen persönlichen Abstieg in die 2. Bundesliga in Kauf.

Die ersten drei seiner insgesamt zwölf Jahre auf Schalke spielte er im Angriff, später rückte er ins Mittelfeld. Seine wuchtigen Schüsse mit der linken Klebe waren in all den Jahren Anderbrügges Markenzeichen. Unsterblich machte er sich gemeinsam mit den übrigen "Eurofoghtern" im Jahr 1997, als die "Knappen" sensationell den UEFA-Cup gewannen - im Finale gegen Inter Mailand traf er im Elfmeterschießen (4:1) sogar zum zwischenzeitlichen 1:1.

Nach einem Ausflug zum Football, als Anderbrügge 2003 und 2004 auf der Position des Kickers für das NFL-Europe-Team Rhein Fire spielte, arbeitete er als Trainer. Seine bis dato letzte Station war ein Engagement bei Wacker Burghausen in der Regionalliga Süd (Sommer 2007 bis März 2008). Am 1. März 2009 eröffnete der heute 46-Jährige mit einem Partner das erste frei zugängliche "Deutsche Fußball Internat" für Jugendliche am Standort Marl.

bundesliga.de: Bayern, Schalke und Leverkusen bilden die Spitzengruppe in der Liga. Wer wird Deutscher Meister und warum?

Ingo Anderbrügge: Ich tippe auf die Bayern. Arjen Robben ist schon in absoluter Hochform, Franck Ribery wird auch noch kommen und die sind einfach heiß. Über 34 Spieltage hat jedes Team mal das ein oder andere Tief, und der FCB hatte seins am Anfang der Saison.

bundesliga.de: Was werden die entscheidenden Faktoren im Endspurt um den Titel sein?

Anderbrügge: Alle drei Teams sind körperlich fit und haben genug Substanz - auch Bayern München kann mit seinem Kader der Doppelbelastung durch die Champions League standhalten. Die Mannschaften sind heute auf diese Situationen vorbereitet und haben durchaus noch genug Regeneration. Man hat gesehen, wie schwer sich die Bayern trotz großer Überlegenheit auch gegen Freiburg zuletzt getan haben. Da entscheidet einfach die Individuelle Klasse einzelner Spieler.