
Schlotterbeck vs. Tah: Zwei unterschiedliche Profile moderner Innenverteidiger
Am Samstagabend wartet auf alle Bundesliga-Fans der Klassiker zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern. Dabei stehen sich voraussichtlich mit Nico Schlotterbeck und Jonathan Tah zwei der besten deutschen Innenverteidiger gegenüber. Anlass genug, dass bundesliga.de einen Blick auf verschiedene Statistiken der beiden wirft.
Im direkten Vergleich zeigen Nico Schlotterbeck und Jonathan Tah zwei unterschiedliche Profile moderner Innenverteidiger – mit jeweiligen Stärken, aber auch klaren Unterschieden. Schlotterbeck fiel zuletzt drei Plichtspiele in Folge aus, gegen Mainz fehlte der Abwehrspieler gesperrt, anschließend litt er unter muskulären Problemen. In der Champions League stand er bereits wieder im Kader, BVB-Coach Niko Kovač hofft darauf, dass er Samstag bereit für die Startelf ist.
Interessant: In den bisherigen vier Bundesliga-Spielen ohne Schlotterbeck blieb Dortmund ungeschlagen – ein kleiner statistischer Fingerzeig, auch wenn seine Bedeutung für das Spiel des BVB unbestritten ist.

Risiko vs. Sicherheit
In den Zweikämpfen hat Tah aktuell leichte Vorteile. Er gewinnt 60 Prozent seiner Duelle und überzeugt besonders in der Luft mit starken 70 Prozent. Schlotterbeck kommt in dieser Saison auf 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe – Bestwert beim BVB, er bleibt damit allerdings unter seinen Zahlen aus den vergangenen Jahren, als der Innenverteidiger mit 66 und 67 Prozent teils zweikampfstärker war. Hier zeigt sich Tah aber wirklich nur minimal stabiler.
Im Spielaufbau hingegen setzt Schlotterbeck klare Akzente. Er ist extrem häufig am Ball und prägt das Dortmunder Aufbauspiel mit vielen langen Pässen. Kein Feldspieler schlägt ligaweit mehr lange Bälle aus dem Spiel heraus. Tah agiert dagegen deutlich risikoärmer: Mit einer Passquote von 96 Prozent spielt er äußerst sicher, allerdings vor allem über kürzere Distanzen. Während Schlotterbeck also oft den Ball in die Tiefe sucht, steht Tah für Kontrolle und Ballsicherheit.
Innenverteidiger mit Offensivdrang
Auch offensiv bringen sich beide ein – jedoch auf unterschiedliche Weise. Schlotterbeck sucht auffallend häufig selbst den Abschluss und zählt zu den torgefährlichsten Abwehrspielern der Liga. Er traf in der Bundesliga bereits 14 Mal, in dieser Saison alleine schon drei Mal. Tah trifft ebenfalls immer wieder, wie in 2025/26 gegen Bremen und Leipzig, setzt seinen Schwerpunkt aber klarer auf defensive Stabilität.
Unterm Strich zeigt sich: Schlotterbeck ist der spielgestaltende, risikofreudigere Innenverteidiger mit Offensivdrang, Tah der konstante, zweikampfstarke und extrem passsichere Abwehrchef. Zwei unterschiedliche Interpretationen derselben Position, die für den BVB und den Rekordmeister in jeder Form extrem wichtig sind.
Am besten zusammengefasst hat es Schlotterbeck jedoch selbst: "Ich kenne Jona jetzt auch schon ein paar Jahre und freue mich immer, mit ihm zusammenspielen. Wir ergänzen uns gut. Für mich ist das Thema mit dem Ball vielleicht noch mal einen Tick interessanter, aber er ist vielleicht der bessere Verteidiger." Im direkten Klassiker-Duell am 24. Spieltag stehen die beiden Nationalspieler sich jedoch zunächst wieder gegenüber.

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