Wolfsburg - Nun hat es den SC Freiburg auch auswärts erwischt. Nach Siegen in Nürnberg und Frankfurt waren die Breisgauer mit breiter Brust nach Wolfsburg gereist. Doch der sechste Saisontreffer von Papiss Demba Cisse zum 1:1 war zu wenig. Ein "Doppelpack" von Grafite zerstörte den Traum vom dritten Auswärtserfolg in Serie.

Da konnte sich der senegalesische Nationalspieler, der das Kunststück fertigbrachte, den Ball aus acht Metern am leeren Tor vorbeizuschieben, auch nicht darüber freuen, das direkte Torjäger-Duell gegen Wolfsburgs Edin Dzeko gewonnen zu haben und die Torjägerliste nun allein anzuführen.

"Neun Punkte sind nicht schlecht"

Ausgerechnet der sonst so sichere Rückhalt Simon Pouplin leitete in seinem ersten Spiel nach dreiwöchiger Verletzungspause die Niederlage ein. "Das hätte ich besser machen können", gibt Freiburgs Torwart in einem Gespräch mit bundesliga.de zu, beim 1:0 der Wolfsburger nicht besonders glücklich ausgesehen zu haben.

Trotzdem ist der Franzose mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden, immerhin waren die Breisgauer so erfolgreich wie nie zuvor in ihrer Bundesliga-Geschichte in die Saison gestartet: "Neun Punkte nach sechs Spielen sind nicht schlecht", sagt Pouplin, "aber es geht besser."

bundesliga.de: Herr Pouplin, Sie mussten mit einer Sprunggelenkverlezung drei Spiele aussetzen. Behindert Sie die Verletzung noch?

Simon Pouplin: Nein, sonst hätte ich gegen Wolfsburg nicht gespielt.

bundesliga.de: Ein Wort zu ihrem Stellvertreter Oliver Baumann?

Pouplin: Er hat seine Sache sehr gut gemacht. Es ist sehr wichtig, zwei gute Torhüter zu haben.

bundesliga.de: Beim ersten Tor für Wolfsburg sahen Sie nicht besonders glücklich aus. Fehlte da ein wenig die Wettkampfpraxis?

Pouplin: Nein. Der Ball setzte auf und war sehr glatt. Ich habe den Körper nicht hinter den Ball bekommen. Das hätte ich besser machen können.

bundesliga.de: Wolfsburgs Trainer Steve McClaren sagte, er habe beim 1:0 wegen eines Fouls von Grafite "auf einen Pfiff gewartet". Sie auch?

Pouplin: Nein, man darf nicht darauf vertrauen, dass der Schiedsrichter pfeift und aufhören zu spielen. Man muss weiterspielen, bis er pfeift.

bundesliga.de: Sie haben zwei ihrer drei Siege auswärts erzielt. Kommt es dem Spiel des SC Freiburg entgegen, nicht selbst das Spiel machen zu müssen.

Pouplin: Nein. Wir spielen immer unser Spiel - egal ob auswärts oder in Freiburg. Wir wollen agieren und nicht reagieren.

bundesliga.de: Wie beurteilen Sie den bisherigen Saisonverlauf?

Pouplin: Neun Punkte nach sechs Spielen sind nicht schlecht. Aber es geht besser. Wir dürfen uns nicht ausruhen und müssen konzentriert weitermachen. Am besten mit einem Sieg gegen Köln am Samstag.

bundesliga.de: Befürchten Sie, dass Köln sich hinten reinstellt?

Pouplin: Das haben sie in der letzten Saison getan. Aber das ist legitim. Es ist an uns, einen Weg zu finden, Tore zu erzielen. Wir wollen auf jeden Fall drei Punkte.

Das Gespräch führte Jürgen Blöhs