Kaiserslautern - Der 1. FC Kaiserslautern bleibt zwar in der Rückrunde weiter sieglos, aber der späte Ausgleich und die Leistungssteigerung beim 1:1 gegen Borussia Dortmund machen Mut für die kommenden Aufgaben.

Ein allerletzter Eckball, ein allerletzter Schuss und der Ball, abgefeuert von Jan Moravek, zappelte kurz vor dem Abpfiff im Dortmunder Tornetz. "Der späte Ausgleich war doch eine typische Betzenberg-Aktion", freute sich FCK-Kapitän Martin Amedick, der nach einem Muskelfaserriss in der Wade ein gutes Comeback gefeiert hatte. Es waren dramatische letzte zehn Minuten im Fritz-Walter-Stadion: Erst schoss der Dortmunder Sven Bender den Spitzenreiter in Führung (82.), dann flog BVB-Innenverteidiger Neven Subotic mit einer gelb-roten Karte vom Platz (85.), bevor Moravek den "Betze" zum Beben brachte (90.).

Aufholjagd macht Mut

Der FCK feierte den Punkt wie einen Sieg. "Es wäre Wahnsinn gewesen, erneut als Verlierer vom Platz zu gehen", sagte Lauterns Trainer Marco Kurz erleichtert. "Der Ausgleich war verdient, weil wir es immer weiter versucht haben", meinte Mittelfeldspieler Christian Tiffert, der gegen Dortmund an seine starken Leistungen in der Vorrunde anknüpfte.

Die Erleichterung war groß in der Pfalz. Zwar bleibt der Fritz-Walter-Club im Jahr 2011 weiter sieglos und fiel am Ende des Spieltages auf Relegationsplatz 16 zurück, aber Mannschaft, Fans und Verantwortliche konnten durch die belohnte Aufholjagd und die insgesamt couragierte Leistung Hoffnung im Abstiegskampf gewinnen.

Trainer Kurz begeistert von den Fans

Trainer Kurz ließ am Ende nichts unversucht, um eine erneute Niederlage zu verhindern. Er wechselte in Adam Nemec und Erwin Hoffer zwei Stürmer ein und scheute sich nicht, den kurz davor eingewechselten Rivic wieder vom Platz zu holen. Vor allem für die zuletzt enttäuschten FCK-Fans war diese belohnte Aufholjagd wichtig. Und Marco Kurz wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte: "In dieser Atmosphäre kannst du Großes leisten."

Mit den Fans im Rücken ist dem FCK noch der ein oder andere Streich auf heimischem Platz zuzutrauen. Wie schon bei den Siegen gegen Bayern München und Schalke 04 beeindruckte die Lauterer Mannschaft auch gegen die spielerisch klar besseren Dortmunder mit aggressiver Verteidigung und schnellem Umschalten bei Ballbesitz.

Starkes tschechisches Duo

Überzeugt hat im defensiven Mittelfeld der Tscheche Jiri Bilek, der erstmals seit dem 7. November 2010 wieder in der Anfangsformation der Pfälzer stand. Bilek bewies mit diszipliniertem Spiel, dass er wieder eine Alternative für Trainer Kurz ist. Für Bilek war Petsos auf die rechte Verteidigerposition verschoben worden, weil Florian Dick wegen einer Gelbsperre zuschauen musste.

Immer besser wird auch Bileks Landsmann Jan Moravek. Die Leihgabe vom FC Schalke, erst 21 Jahre alt, entwickelt immer mehr die nötige Wettkampfhärte für die Bundesliga. Nicht nur wegen seines Tores bekam er ein Extralob von Trainer Kurz: "Jan hat sich enorm entwickelt, kann aber noch besser werden." In der Pfalz haben sie also wieder Mut geschöpft und Angreifer Srdjan Lakic weiß, wie der Aufwärtstrend fortgesetzt werden kann: "Am kommenden Wochenende in Hannover müssen wir genauso weitermachen, wie wir gegen Dortmund aufgehört haben."

Tobias Schächter