Wieder einmal rettete Naldo sein Team mit einem Kopfballtor. Der 32-jährige Deutsch-Brasilianer war der entscheidende Spieler im letzten Heimauftritt des VfL Wolfsburg in diesem Jahr gegen den 1. FC Köln. Im Interview spricht Naldo über seine Kopfballstärke, Heimaturlaub und über das Duell mit dem FC Bayern.

Frage: Herr Naldo, man hat ihrem Team angemerkt, wie müde es nach den vielen Spielen in der Hinrunde war. Haben Sie es sich so schwer vorgestellt gegen den Aufsteiger?

Naldo: Der FC war mit die beste Mannschaft gegen die wir hier zuhause in der Hinrunde gespielt haben. Die Kölner haben uns das Leben schwer gemacht. Umso glücklicher bin ich, dass eine Standardsituation und mein Kopfballtor den Sieg gesichert hat.

"Wir müssen in der Rückrunde voll da sein"

Frage: Die Konkurrenten um die Champions League-Plätze haben allesamt nicht gewonnen. War dieser Erfolg auch deswegen so wichtig für den VfL?

Naldo: Ja, ganz genau. Wir wussten bereits beim Aufwärmen, dass Leverkusen, Mönchengladbach und Schalke nicht gewonnen hatten. Der Erfolg war sehr wichtig für uns, da der Punkteabstand jetzt auf uns bereits sechs Punkte beträgt. Trotzdem müssen wir in der Rückrunde voll da sein, da die Teams hinter uns angreifen werden. Aber auch die Partien gegen die Abstiegskandidaten werden  unangenehm.  

Frage: Wie schon in Dortmund kamen Sie bei ihrem Tor relativ frei zum Kopfball. Hat es sich bei den anderen Bundesliga-Teams noch nicht herumgesprochen, wie kopfballstark Sie sind?

Naldo: Das weiß ich nicht, aber das ist gut für mich und bitter für den Gegner (lacht). Wenn ich im vollen Tempo köpfe und dann noch so gute Ecken von Kevin de Bruyne oder Ricardo Rodriguez bekomme, ist das schwer zu verteidigen. Heute habe ich wieder ein Tor erzielt, darüber freue ich mich, aber noch mehr, dass das Tor drei Punkte wert war. Nach zwei Remis wieder gewonnen zu haben, war sehr wichtig.

Frage: Der VfL hat in der Hinrunde bereits 12 Tore nach Standardsituationen erzielt, das ist Liga-Höchstwert. Wie verläuft die Kommunikation während des Spiels ab?

Naldo: Wir sprechen uns immer ab, wer wo hinläuft. Robin Knoche ist stärker, wenn er auf den ersten Pfosten geht. Am Anfang bleiben wir aber immer zusammen und wenn Kevin oder Richi flanken, teilen wir uns auf. Wo wir hinlaufen, steht schon vor dem Spiel fest. Manchmal gehe ich, aber auch auf den ersten Pfosten, um den Gegner zu überraschen.

Frage: Mit fünf Saisontreffern stehen Sie zusammen mit ihrem Freund Ivica Olic an der Spitze der internen Torjägerliste. Muss sich Olic Sorgen um diesen Titel machen?

Naldo: In einer Hinrunde habe ich noch nie so viele Tore geschossen. Ich freue mich bei Standardsituationen, meiner Mannschaft helfen zu können. Gegen den BVB war es so (Naldo köpfte den 2:2-Endstand) und heute schon wieder. Ivi muss sich aber keine Gedanken machen, er wird sicherlich öfter treffen als ich.

Frage: In der Rückrunde steht gleich am ersten Spieltag das Duell gegen Bayern München an. Was nehmen Sie sich für die Rückrunde als Team vor?

Naldo:  Jetzt haben wir erst einmal zwei Wochen Urlaub und müssen das genießen und Kräfte tanken. Ab dem 5. Januar (Trainingsstart, Ann. der Redaktion) liegt die ganze Konzentration dann auf dem Spiel gegen Bayern. Es ist gut, dass wir gleich am ersten Spieltag gegen den Tabellenführer spielen müssen. Man weiß nicht, was dann hier zuhause über 90 Minuten passiert. Es ist gut, dass wir schon einen großen Abstand zu den Verfolgern aufgebaut haben. Wir werden versuchen zu gewinnen und aber nur auf uns schauen. In der Schlussphase der Hinrunde hat man bei uns schon gemerkt, dass der ein oder andere Spieler eine Pause braucht.

Frage: Wo werden Sie Weihnachten verbringen?

Naldo: Ich fliege mit der Familie heute (am Sonntag) nach Brasilien. Ich brauche ein wenig Sonne. In Brasilien ist über 30 Grad. Meine Familie daheim freut sich, mich mal wieder zu sehen.

Aufgezeichnet von Alexander Barklage