Sinsheim - Gerade hatte die TSG 1899 Hoffenheim durch Tore von Kevin Volland (55.) und Eugen Polanski (76.) gegen den 1. FSV Mainz 05 2:0 gewonnen - und Kevin Volland hatte Schluckauf. Aber das war nach den drei "ganz wichtigen Punkten" (TSG-Trainer Markus Gisdol) Volland total egal.

Er hatte ja nach uneigennütziger Vorarbeit des Brasilianers Roberto Firmino seinen fünften Saisontreffer erzielt. "Das hätte heute auch in die Hose gehen können", bemerkte Volland nach dem Schluspfiff erleichtert: "Aber man hat dann in der zweiten Halbzeit auch gesehen, dass wir Qualität haben, wenn wir versuchen, Fußball zu spielen."

"Mehr Druck in der Umschaltbewegung"

Die Hoffenheimer kamen erst nach der Führung und einem taktischen Kniff von Trainer Gisdol besser ins Spiel. In der Halbzeit ließ Gisdol Offensivmann Sejad Salihovic in der Kabine und brachte mit Pirmin Schwegler neben Polanski und Geburtstagskind Sebastian Rudy (25) einen dritten Sechser im zentralen Mittelfeld.

"Wir wollten über das Zentrum mehr Druck in der Umschaltbewegung herstellen", erklärte Gisdol seinen Wechsel, der beim 1:0 Wirkung zeigte. Kevin Volland gewann nach einem Ballverlust von Yunus Malli irgendwie ein Duell am Mittelkreis gegen Pierre Bengtsson und plötzlich ging die Post über Firmino nach vorne ab - bis zum Abschluss von Volland.

In beiden Wettbewerben gute Möglichkeiten

Durch den Erfolg sind die Hoffenheimer den Europapokalrängen näher gerückt. Und Kevin Volland schaute schon voraus auf den nächsten Bundesligakampf am nächsten Wochenende beim FC Schalke 04. Dort werde sich zeigen, so Volland, wo der Weg seiner Mannschaft hinführe. Davor stehe aber noch ein "Pflichtsieg" (Volland) am Dienstag beim VfR Aalen im DFB-Pokal an, mahnte er im nächsten Satz.

Hoffenheim hat weiter also in beiden Wettbewerben gute Möglichkeiten, eine sehr gute Saison zu spielen - trotz dreier Niederlagen zum Rückrundenauftakt. "Die Mannschaft hat sich als Team da rausgezogen", erklärte Volland.

Magere Saison für Szalai, Modeste und Schipplock

Doch es gab nicht nur Positives aus Hoffenheimer Sicht zu berichten: Als Adam Szalai nach 63 Minuten das Spielfeld verließ, musste sich der Mittelstürmer Pfiffe vom eigenen Publikum gefallen lassen. Der ehemalige Profi vom 1. FSV Mainz 05 hatte die Gunst der TSG-Fans wieder einmal mit einigen ungeschickten Aktionen verloren.

Auch gegen seinen ehemaligen Club, bei dem er einst seine beste Zeit hatte, gelang dem Ungarn fast nichts. Keiner der drei Stürmer - Szalai, Modeste, Schipplock - spielt bislang eine gute Saison. Und Hoffenheim konnte den Sieg gegen Mainz auch nur feiern, weil der Gegner beste Chancen zur Führung nicht hatte nutzen können.

Mainz versäumt die Führung

Die Mainzer verloren mit dem neuen Trainer Martin Schmidt nach dem Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt (3:1) erstmals. Zwar spielten die Rheinhessen lange gut, aber sie versäumten es, in Führung zu gehen. Zwei Mal scheiterte zum Beispiel Christian Clemens frei vor TSG-Torwart Oliver Baumann: In der 32. Minute traf er nur das Außennetz und nur zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff schoss er Baumann aus acht Metern nur an. "Die Dinger muss ich machen, dann fahren wir als Sieger heim", erklärte Clemens enttäuscht.

Doch Trainer Schmidt zog vor allem das Positive aus der Partie. "Ich glaube nicht, dass nun das Konstrukt zusammenfällt, eher werden wir das weiter stabilisieren können." Das müssen die Mainzer, die immer mitten im Abstiegskampf sind, am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach beweisen.

Aus Sinsheim berichtet Tobias Schächter

Spielbericht TSG Hoffenheim - Mainz 05