"Die Jungs wollen nach Europa und wir auch. Wenn es nicht so kommt, wird keiner traurig sein. Wenn es so kommt, haben wir eine riesige Überraschung geschafft."
"Die Jungs wollen nach Europa und wir auch. Wenn es nicht so kommt, wird keiner traurig sein. Wenn es so kommt, haben wir eine riesige Überraschung geschafft."
Bundesliga

Neues Ziel für den FCA: Ab nach Europa!

Kohrs Premierentor ist Werners Glück

Augsburg - Bei Markus Weinzierl wich die Zurückhaltung etwas zögerlich. "Ich glaube, dass wir mit 38 Punkten den Klassenerhalt sicher und die Pflicht erfüllt haben", sagte der Trainer des FCA nach dem überzeugenden 1:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg zunächst, um dann hinterherzuschieben: "So wie die Mannschaft gespielt hat, bin ich mir auch sicher, dass wir noch etliche Punkte holen werden.Aus der Situation lässt sich super angreifen!"

Und auch Tobias Werner ging in die Offensive: "Wir können so langsam darüber sprechen, diesen Platz so gut wie möglich zu sichern. Wir wollen keinen mehr an uns vorbeilassen." Aktuell haben die Augsburger Platz 6 inne, das würde zur Europa-League-Qualifikation reichen.

Nach der unnötigen 0:1-Niederlage vor Wochenfrist bei Hertha BSC und insgesamt vier Spielen in Folge ohne Sieg war der engagierte und unbekümmerte Auftritt gegen die mit einer stolzen Serie von elf Spielen ohne Niederlage angereisten Niedersachsen keine Selbstverständlichkeit. "Wir standen zum ersten Mal ein bisschen unter Druck. Wir hatten vier Spiele nicht gewonnen und das ist nicht unser Anspruch", gestand Werner.

Am Ende fällt das E-Wort

Beim 29-Jährigen war die Erleichterung nach der Rückkehr in die Erfolgsspur besonders groß, zumal Dominik Kohr seinen Elfmeter-Fehlschuss vergessen machte und mit seinem ersten Bundesliga-Treffer das Tor des Tages erzielte (63.). "Mir sind ein paar Millionen Steine vom Herzen gefallen", sagte Werner, der schon im ersten Durchgang bei zwei Großchancen die Führung auf dem Fuß (29.), beziehungsweise Kopf (45.) hatte.

Für FCA-Trainer Weinzierl stand das persönliche Erfolgserlebnis von Kohr, der für den kurzfristig erkrankten Pierre-Emile Höjbjerg in die Startelf rutschte, sinnbildlich für den mannschaftlichen Erfolg. "Das ist ein Beispiel dafür, dass die Mannschaft gedanklich einen Tick schneller war als der Gegner", hob der 41-Jährige hervor.

Darüber hinaus lobte Weinzierl neben der taktischen Leistung seiner Mannschaft auch deren kämpferische Einstellung. So gelang es, die Wolfsburger Offensive um Tormaschine Bas Dost und Topvorbereiter Kevin De Bruyne nahezu vollständig zu neutralisieren. Und als die Beine in der Schlussphase immer schwerer wurden, half das Publikum in der SGL-Arena mit stehenden Ovationen fleißig mit, den knappen Vorsprung die letzten Meter bis ins Ziel zu retten.

"Ich kann es immer noch nicht glauben, dass wir zu null gespielt haben. Gegen diese Mannschaft, die in den letzten beiden Auswärtsspielen zehn Tore geschossen hat", wunderte sich Werner, für ihn "ein Grund zum Feiern".