Zusammenfassung

  • Nabil Bentaleb entwickelt sich bei den Knappen mehr und mehr zum Leistungsträger und Führungsspieler

  • Das Publikum feierte den zentralen Mittelfeldakteur schon in der letzten Saison

  • Diese Vorzeichen für eine erfolgreiche Spielzeit stehen für den Algerier und Königsblau gut

Gelsenkirchen - Nabil Bentaleb ist bereits in der Saison 2016/17 beim FC Schalke 04 angekommen, auch im übertragenen Sinn. Die S04-Anhänger haben den spielerisch überzeugenden Mann für die Zentrale schnell in ihre Herzen geschlossen. Und doch scheint diese Spielzeit Potential für eine noch tiefere Beziehung zwischen dem 22-Jährigen und seinen Fans zu bieten - denn Bentaleb ist in Top-Form und die Mannschaft des neuen Trainers Domenico Tedesco befindet sich trotz der jüngsten Niederlage in Hannover in Aufbruchsstimmung.

Als Bentaleb am 1. Spieltag der noch jungen Saison in der 44. Minute in der Veltins-Arena zum 1:0 trifft, hält es keinen mehr auf den Rängen. Schalke geht gegen Leipzig in Führung, in denkwürdiger Pose feiert der Torschütze seinen verwandelten Elfmeter mit Kapitän Ralf Fährmann. Am Ende gewinnt Königsblau gegen den Vizemeister mit 2:0. "Wir liefern uns im Elfmeterschießen immer ein schönes Duell", sagt Bentaleb im Anschluss über den filmreifen Jubel mit seinem Torwart. "Deshalb bin ich nach meinem Tor auch direkt zu ihm gerannt."

Top-Talent und Arbeiter

Bentaleb bringt viel mit, um auf der großen Fußballbühne zu bestehen. Technisch beschlagen wie nur wenige Spieler, die die Position vor der Abwehr einnehmen, erinnert seine Ballbehandlung an ganz Große des Geschäfts. Das war's bei dem Linksfuß aber noch nicht: Er ist sich für keinen Zweikampf zu schade, vereint Talent auf dem Platz mit unbedingtem Siegeswillen.

Nach Schalke passt der 29-malige Nationalspieler Algeriens wie an kaum ein anderen Platz. Maloche nennt man das dann in dem Stadtteil von Gelsenkirchen. Dass der Mann mit der Nummer zehn auf dem Rücken die mit besonderen Momenten auf dem Grün kombiniert, sagt den emotionalen Anhängern der Knappen natürlich ebenfalls zu.

Volles Vertrauen - ohne Zweifel

Im Winter 2016 haben die Königsblauen Bentaleb nach einer Leihe in der vergangenen Spielzeit bereits für den Sommer 2017 fest verpflichtet. Über seine Weiterbeschäftigung gab es keine zwei Meinungen - weder unter den Verantwortlichen noch unter den Fans. Er ist längst ein Liebling der Zuschauer - und hat sich in der Bundesliga schnell zu Hause gefühlt. "Wir kämpfen und ich denke, das ist der Grund, warum das Publikum hinter uns steht", sagte Bentaleb nach dem S04-Fehlstart in der letzten Saison mit fünf aufeinanderfolgenden Niederlagen. "In England habe ich das nicht erlebt. Wenn du dort verloren hast, unterstützt dich keiner im Stadion."

Auf Unterstützung kann er sich auf Schalke verlassen. Seine Sporen will sich der gebürtige Nordfranzose mehr und mehr verdienen: "Ich erwarte von mir, dass ich mein Spiel weiter verbessere." Gegen RB machte Bentaleb den Anfang, als er den Hoffnungen der Anhänger auf ein erfolgreiches 2017/18 einen weiteren Grund gab.

Nicht Messi, nicht Ronaldo - Bentaleb!

"Wenn ich Risiko gehe und ein Tor schieße oder vorbereite, sind alle glücklich. Aber manchmal klappt das nicht - ich bin kein Messi oder Ronaldo", äußert Bentaleb. Sein Wagemut zeichnet ihn dabei durchaus aus, auf seiner Position vor der Abwehrkette setzt er aus der Tiefe offensive Akzente im Spielaufbau der Knappen. "Wenn der Trainer möchte, dass ich die Dinge einfach halte, tue ich das natürlich auch - es ist ja auch leichter für mich." Dass sein neuer Coach das Unerwartete, das Bentaleb durch seine Risikofreude mitbringt, eindämmen möchte, ist allerdings nur schwer vorstellbar. Die Schalker Schaltzentrale ist vielleicht nicht Messi oder Ronaldo, sie ist Bentaleb.

Video: Nabil Bentaleb schießt den schönsten Treffer 2016/17