Zwei Tore nach zwei Spieltagen. Marko Pantelic und Andrej Voronin sind nicht mehr da. Da ergibt sich fast zwangsläufig die Frage nach den Stürmern bei der Hertha.

Nach der vermeidbaren Niederlage gegen Gladbach traf bundesliga.de Hertha-Kapitän Arne Friedrich zum exklusiven Interview. Dabei verteidigte der 30-jährige Nationalspieler die in die Kritik geratenen Angreifer: "Unsere Stürmer brauchen Vertrauen, dann treffen sie auch."

bundesliga.de: Arne Friedrich, die Hertha hat in Mönchengladbach ein sehr ansehnliches Spiel gezeigt, aber mit 1:2 verloren. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Arne Friedrich: Wenn man verliert, dann zählt in erster Linie das Ergebnis. Es ist bitter, dass wir nichts mitgenommen haben. Ich finde auch, dass wir ganz gut gespielt haben. Wir hatten viele Spielanteile und uns viele Chancen erarbeitet. Wir hatten hier mehr als eine Niederlage verdient. Aber so ist das im Fußball. Wir kennen das ja selber gut genug, dass nicht immer die Mannschaft gewinnt, die mehr vom Spiel hatte.

bundesliga.de: Beim Blick auf die Startformation der Hertha fällt auf, dass neun Spieler dabei waren, die schon in der vergangenen Saison zum Stammpersonal zählten. Die Mannschaft ist eingespielt, es fehlten nur die beiden Torjäger der Vorsaison. Ist es zu einfach, Herthas Niederlage darauf zurückzuführen?

Friedrich: Ja, das ist schon zu einfach. Ich glaube, dass nur ein Quäntchen Glück noch fehlt. Einmal hätte Artur Wichniarek beinahe ein Tor gemacht, er segelt nur ganz knapp am Ball vorbei. Wir dürfen uns das nicht einreden. Wir müssen unseren Stürmern Vertrauen schenken und positiv denken.

bundesliga.de: Der Verein sondiert ja den Markt und denkt über die Verpflichtung eines weiteren Stürmers nach. Es scheint Bedarf zu bestehen?

Friedrich: Natürlich wäre es schön, wenn wir noch jemanden bekommen könnten, einfach um eine Alternative zu haben. Ich denke, der Verein wird weiter daran arbeiten. Das wurde ja auch schon gesagt. Aber wie gesagt: Unsere Stürmer brauchen Vertrauen, dann treffen sie auch wieder.

bundesliga.de: Im vergangenen Jahr wurde die Hertha Vierter. Was ist in dieser Saison drin?

Friedrich: Das ist schwer zu sagen. Im vergangenen Jahr haben wir wirklich am Limit gespielt. Das sollten wir nicht unbedingt als Maßstab nehmen. Wir müssen zusehen, möglichst viele Punkte zu holen. Die Liga ist sehr ausgeglichen, da kann jeder gegen jeden gewinnen. Wir müssen mal schauen.

bundesliga.de: In Berlin geht man bekanntlich sehr kritisch mit der Hertha um. Wird es nach der Niederlage beim vermeintlichen Abstiegskandidaten ruhig bleiben?

Friedrich: Mit drei Punkten aus zwei Spielen haben wir keinen Fehlstart hingelegt. Wir haben auch keinen Topstart erwischt, wir sind so mittendrin. Ich denke, es wird ruhig bleiben.

bundesliga.de: In der Bundesliga steht als nächstes wieder ein Auswärtsspiel an. Sie müssen zum VfL Bochum.

Friedrich: Wir müssen jetzt erst einmal das Spiel gegen Mönchengladbach verdauen und analysieren. Vorher haben wir auch noch das Europa-League-Spiel in Bröndby . Dann erst kommt der VfL Bochum.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski