Die Nationalspieler sind zurück, Leverkusen steht vor der Tür - es beginnt die heiße Phase vorm Bundesliga-Topspiel in München. Es soll "das Spiel der Spiele in der Vorrunde" werden. Das erwartet zumindest FCB-Manager Uli Hoeneß.

"Natürlich war es in der letzten Woche nicht optimal zum Trainieren, aber wir haben versucht, das Beste daraus zu machen", sagte Bayerns Torhüter Jörg Butt angesichts der zahlreichen Nationalmannschaftsabstellungen.

"Letztendlich geht es jetzt erst richtig los mit der Konzentration auf das Leverkusen-Spiel", fügte der Schlussmann mit einem Funkeln in seinen Augen hinzu - die Vorfreude auf die Partie gegen den Spitzenreiter ist groß, gleichzeitig aber auch die Anspannung.

Heynckes will auch bei Leverkusen Historisches schaffen

Der Torhüter, der von 2001-2007 bei Bayer zwischen den Pfosten stand, müsste eigentlich genau wissen, wie sich ein Leverkusener fühlt, wenn die Auswärtsreise zu den Bayern ansteht. Der letzte Sieg der "Werkself" stammt immerhin aus dem Jahr 1989.

20 Jahre nach dem Mauerfall wollen nun auch die Leverkusener mit ihrem neuen Erfolgstrainer Jupp Heynckes die Wende schaffen. Die Vorzeichen für die Rheinländer scheinen dafür gut zu stehen, sie kommen als Tabellenführer.

"Gut muss man die ganze Saison über sein"

Bayern-Stürmer Miroslav Klose kann sich der Euphorie rund um den aktuellen Liga-Primus nicht gänzlich anschließen. Er sieht das bisherige positive Abschneiden nur als Zwischenetappe: "Das ist eine gute Mannschaft, spielen einen guten Ball und haben gute Fußballer in ihren Reihen. Die waren unter Bruno Labbadia allerdings auch gut. Doch gut muss man die ganze Saison über sein."

Der Nationalstürmer scheint bei der Heynckes-Elf ein großes Manko entdeckt zu haben: "Sie haben auch letztes Jahr gegen die Großen nicht immer gewonnen. Man muss abwarten, wie das dieses Jahr sein wird."

"Der 8. Platz passt uns absolut nicht"

Ob Klose am Sonntag mit angreifen wird, steht derweil noch nicht fest. Der Nationalspieler, der wegen der Schweinegrippeerkrankung seiner Kinder nicht im Länderspieleinsatz war und vergangene Woche auch nicht am Trainingsbetrieb teilnehmen konnte, fühlt sich noch nicht 100-prozentig fit. "Natürlich hätte ich lieber trainiert. Ich habe mich dann mit Laufeinheiten fit gehalten - Fußball wollte eben keiner mit mir spielen", sagte Klose mit einem kleinen Grinsen im Gesicht.

In der Partie gegen den Tabellenführer hofft Klose auf eine Trendwende - für sich persönlich und die gesamte Mannschaft. Der Stürmer, der in der laufenden Spielzeit in der Bundesliga noch nicht treffen konnte, ist natürlich "mit der Quote nicht zufrieden". Angespannt ist die Lage jedoch nicht nur wegen seiner persönlichen Statistik: "Ein jeder weiß, dass der 8. Platz uns absolut nicht passt. Es ist aber alles eng beisammen. Wir müssen bis Weihnachten eine kleine Serie starten." Der 31-Jährige äußerte gegenüber bundesliga.de allerdings auch eine Befürchtung: "Man muss auch die andere Seite der Medaille sehen. Wenn wir das Spiel zuhause verlieren, sind es auf einmal neun Punkte Rückstand!"

System nur "zweitrangig"

Viel diskutiert wurde in der jüngsten Vergangenheit über das Spielsystem der Münchener. Für Butt spielt es keine Rolle, ob man in einem 4-4-2 oder doch einem 4-4-3 aufläuft. Im Gegenteil. Der 35-Jährige setzt auf eine ganz andere Karte: "Wir müssen das spielen, was für uns am Besten ist. Wir müssen das richtige System finden. Mit den Spielern, die wir haben, können wir beide Systeme spielen. Doch das ist alles zweitrangig. Entscheidend ist, wie man als Spieler auch bereit ist, die Dinge umzusetzen."

Und weiter: "Wir müssen uns auf das Spiel konzentrieren und das Spiel gewinnen. Da braucht man nun nicht viel erzählen. Wir müssen alle Antworten nun am Sonntag auf dem Platz geben."

Von der Säbener Straße in München berichtet Norman Thalwitzer