Frankfurt/Main - 468 Tage nach dem "Finale dahoam" in der Champions League hofft München wieder auf ein internationales Fußball-Fest - Berlin dagegen geht leer aus. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) entschied am Freitag, sich mit der Olympiastadt von 1972 um die Austragung der Spiele bei der "Europa-EM" 2020 zu bewerben.

"Es war für uns keine einfache Entscheidung, weil wir mit München und Berlin zwei starke Bewerber hatten, die schon mehrfach nachgewiesen haben, dass sie solche Großereignisse bewältigen können", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und erklärte: "Wir sind sicher, dass wir mit München als Spielort bei der UEFA sehr gute Chancen haben, ein Paket der Euro zu erhalten, und wir freuen uns gleichzeitig."

Deutschland bewirbt sich für zwei Veranstaltungspakete



In München wurde die Entscheidung freudig registriert. "Wir danken dem DFB für das Vertrauen, das er mit dieser Entscheidung in die Fußballhochburg München setzt", sagte Oberbürgermeister Christian Ude: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir mit der Allianz Arena, einem der modernsten Stadien in Europa, dem weltbekannten, Fan-Fest-erprobten Olympiapark, einer hervorragenden Infrastruktur und natürlich dem fußballbegeisterten Münchner Publikum beste Chancen haben, einer der Austragungsorte der Fußball-EM 2020 zu werden."

Deutschland bewirbt sich für zwei Veranstaltungspakete der EM, die erstmals in 13 Städten in 13 Ländern ausgetragen wird. Die erste Option umfasst drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale, die zweite beinhaltet beide Halbfinals und das Finale. Fest steht aber, dass Deutschland eine Kampfabstimmung mit der Türkei vermeiden will: Geht Istanbul am 7. September bei der Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2020 leer aus, wird der DFB von einer Bewerbung um das Paket mit den Finalspielen zugunsten der Türkei absehen.

Am 12. September wird der DFB der UEFA offiziell mitteilen, für welches "Spielepaket" er sich bewirbt. Im Frühjahr 2014 wird dem Münchner Stadtrat die Internationale Bewerbung vorgelegt. Im September 2014 schließlich wird die UEFA die 13 Ausrichterverbände und Ausrichterstädte bekannt geben.

Champions-League-Finale 2015 in Berlin



Für München sprach das Renommee, das die Millionenstadt dank des FC Bayern im internationalen Fußball genießt. Durch den Gewinn des Triples gilt der deutsche Rekordmeister derzeit als beste Vereinsmannschaft der Welt. Eine Auszeichnung, von der die Hertha in Berlin meilenweit entfernt ist - die "Alte Dame" schaffte zwar in diesem Sommer die Rückkehr in die Bundesliga, auf internationaler Ebene ist der Klub aber nur wenig bekannt.

Die Berliner Bewerbung hatte einige Nachteile. So wäre das Geld, das der DFB dem Stadionbesitzer zahlt, dem Fußball zum Teil verloren gegangen. Als Stadionbesitzer wäre der Senat zum Profiteur geworden. Das Stadion in München indes gehört dem FC Beyern, der nun das Geld bekommt und in den Fußball zurückführen wird.

Gegen Berlin sprach auch die Tatsache, dass die deutsche Hauptstadt erst jüngst durch die UEFA begünstigt worden war. Im Olympiastadion wird im Jahr 2015 das Finale der Champions League stattfinden. Außerdem ist die 5-Sterne-Arena regelmäßig Schauplatz des deutschen Pokalendspiels.

EM 2020: 13 Städte in 13 Ländern



Allerdings verdiente sich Berlin bei fußballerischen Großereignissen in den vergangenen Jahren gute Noten als Gastgeber. Dank der größten Fanmeile der Republik vor dem Brandenburger Tor ist die Hauptstadt vor allem bei jungen Leuten zu einem Hotspot geworden. Seit der Heim-WM 2006, als das Finale an der Spree ausgetragen wurde, konnte sich die Hauptstadt mit seiner Fanmeile gleich mehrmals bei Großereignissen als weltoffene und feierfreudige Metropole präsentieren.

Erstmals gibt es 2020 bei kontinentalen Titelkämpfen im Fußball Schauplätze in 13 Städten aus 13 Ländern. Zunächst war nach dem Plan von UEFA-Präsident Michael Platini vorgesehen, dass sich nur Hauptstädte für die Austragung von EM-Spielen bewerben dürfen. Schließlich wurden auch Metropolen akzeptiert, deren Stadien, Infrastruktur und Übernachtungsmöglichkeiten dem gehobenen Standard entsprechen.