Hamburg - Am Sonntag fand in der Imtech Arena die Ordentliche Mitgliederversammlung des Hamburger SV statt. Im Mittelpunkt der Versammlung stand die Abstimmung über die Ausgliederung des Geschäftsbereichs Profifußball nach Maßgabe der Initiative HSVPLUS.

Der für 11 Uhr geplante Beginn der Veranstaltung musste um 30 Minuten verschoben werden, da der Andrang der HSV-Mitglieder sehr groß war und zu langen Schlangen vor der Arena führte. 9.702 stimmberechtigte Vereinsmitglieder waren schließlich um 16.15 Uhr anwesend und stimmten - nach ausführlicher Erklärung des Vorstandsvorsitzenden Carl Jarchow und einer lebendigen, rund zweieinhalbstündigen Diskussion innerhalb der Mitgliedschaft - mit 86,9 Prozent für die Ausgliederung des Geschäftsbereichs Profifußball.

Der Antrag wurde somit von der Mitgliedschaft angenommen, so dass künftig neben dem selbstverständlich weiter bestehenden Hamburger Sport-Verein e.V. eine HSV Fußball AG existieren wird, über die der Geschäftsbereich Profifußball geregelt und abgewickelt wird.

Sechs neue Aufsichtsräte

Einhergehend mit der Zustimmung zur Ausgliederung des Profifußballs nach Initiative HSVPlus stand auch der Antrag zur Besetzung des künftigen Aufsichtsrats der HSV Sport AG auf der Agenda. Der Antrag lautete: "Der Vorstand des Hamburger Sport-Verein e.V. wird beauftragt, in der Hauptversammlung der HSV Sport AG sämtliche Aufsichtsratsmitglieder abzuberufen und die folgenden sechs Personen zu Mitgliedern des Aufsichtsrats zu bestellen: Dieter Becken, Bernd Bönte, Karl Gernandt, Felix Goedhart, Peter Nogly, Thomas von Heesen." Dieser Antrag wurde von der Mitgliederversammlung mit Wahl per Handzeichen angenommen. 

Zudem wurde der ehemalige HSV-Profi Andreas Merkle in den vorübergehenden Aufsichtsrat des Hamburger SV e.V. gewählt, der Aufsichtsratsvorsitzende Jens Meier erhielt zudem von der Mitgliedschaft die selbst beantragte Entlastung. Meier konnte somit um 17:32 Uhr - also nach ziemlich genau sechs Stunden - diese Ordentliche Mitgliederversammlung beenden.

Carl-Edgar Jarchow als Vorstandsvorsitzender des Hamburger SV und Ernst-Otto Rieckhoff als Intitiator der Initiative HSVPlus äußerten sich im Anschluss an die Mitgliederversammlung.

Carl-Edgar Jarchow: "86,9 Prozent für den Antrag - das ist ein tolles Ergebnis. Vor allem aber freut mich die große Mitgliederbeteiligung mit 9.702 Mitgliedern - so viele HSVer wie noch nie bei einer Mitgliederversammlung. Das heißt, dass die Basis für dieses Ergebnis sehr breit ist. Was mit mir persönlich passiert, ist jetzt nicht das Thema. Auch wenn die Strukturreform angenommen ist, haben wir unsere Aufgaben. Wir sind derzeit noch Vorstand des eingetragenen Vereins und ab dem 1. Juli wahrscheinlich Präsidium des selbigen und gleichzeitig noch in der AG tätig. In dieser Übergangsphase haben wir genug zu tun. Allein diese Ausgliederung bedeutet zwar noch keinen Erfolg, aber ich denke, dass es eine Basis ist, um vor allen Dingen wirtschaftlich zu gesunden. Und wenn man wirtschaftlich gesundet, dann hat man irgendwann auch die Möglichkeit, mehr zu investieren, was sich dann auch sportlich auswirken soll."

Ernst-Otto Rieckhoff: "Fast 87 Prozent Befürworter am heutigen Tag sind eine eindeutige Ansage. Was für uns aber wirklich wichtig ist, ist, dass wir jetzt im Verein auch mit den letzten Prozenten im Verein zusammenarbeiten und von unserer Arbeit überzeugen. Es stehen viele Aufgaben an. Karl Gernandt und seine Kollegen werden diese Vorbereitungen und die Arbeit in den kommenden Tagen fortführen. Fest steht: Der Gewinner von heute ist der HSV!"