Dortmund - Es war die Personalie des Freitags. Im extrem wichtigen Spiel gegen die TSG Hoffenheim wechselte BVB-Trainer Jürgen Klopp den Torwart, gab "Ersatzmann" Mitchell Langerak den Vorzug vor Weltmeister Roman Weidenfeller. Der Erfolg gibt dem Trainer Recht - Langerak hielt die Null – und war nach der Partie dementsprechend gelöst.

Frage: Mitch Langerak, Glückwunsch zum Sieg über Hoffenheim! Sie wirkten während der 90 Minuten überhaupt nicht nervös – war das wirklich so?

Mitchell Langerak: Natürlich bin ich vorher ein bisschen nervöser, wenn ich weiß, dass ich spielen werde. Dann muss ich mich noch mehr mit der Partie beschäftigen. Aber wenn ich dann auf dem Platz stehe, ist alles weg. Da muss ich mich ganz auf das Spiel konzentrieren. Es hilft natürlich auch, wenn meine Mannschaft so gut spielt. Dann habe ich nicht viel zu tun. Ich hatte gegen Hoffenheim eigentlich keine Bälle zu halten. Und natürlich bin ich sehr zufrieden mit diesem Abend.

Im Video: Jürgen Klopp gibt den Torwartwechsel beim BVB bekannt

Frage: Wann haben Sie erfahren, dass Sie spielen werden?

Langerak: Ich habe es erst am Spieltag erfahren. Ich hatte einen Tag zuvor beim Abschlusstraining schon eine Idee, dass es so kommen könnte. Aber gesagt hat es mir der Trainer erst am Spieltag. Aber das ist kein Problem – ich bin immer bereit, zu spielen. So ist das als zweiter Torwart. Da musst du immer da sein, wenn du gebraucht wirst.

Frage: Ist Ihr Verhältnis zu Roman Weidenfeller jetzt angespannt? Immerhin haben Sie ihn zumindest für diese Partie als Nummer eins im Tor abgelöst.

Langerak: Unser Verhältnis ist seit jetzt fünf Jahren überragend. Wir reden oft zusammen. Wir haben auch vor dem Spiel miteinander gesprochen. Roman hat mir Glück gewünscht. Wir sind gute Freunde, auf und auch neben dem Platz.

Frage: Jürgen Klopp hat nach dem Spiel im Spaß gesagt, er hätte sich für Sie entschieden, weil er Ihr Lachen sehen wollte.

Langerak: (lacht) Ja, das habe ich auch gehört. Nach dem Abpfiff ist das Lachen immer da, wenn wir das Spiel gewonnen haben. Aber auf dem Platz muss ich mich konzentrieren. Da kann ich nicht so viel lachen.

Frage: Sie hatten gegen Hoffenheim nicht viel zu tun. Wären Sie gerne stärker geprüft worden, um Ihr Können zu zeigen?

Langerak: Ich hatte wirklich nicht viel zu tun während des Spiels, das stimmt. Da muss ich meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen. Jedes Mal, wenn ich auf dem Platz bin, muss ich nicht so viel tun. Meine Mannschaft ist so gut, die macht mir meinen Job viel einfacher.

Frage: Wie geht es jetzt weiter? Bleiben Sie beim BVB die Nummer eins im Tor?

Langerak: Ich weiß nicht, wie es jetzt weitergeht. Das war zunächst nur eine Entscheidung für das eine Spiel gegen Hoffenheim. Ich muss jetzt weiter hart trainieren. Hoffentlich darf ich dann noch mal spielen. Aber wir haben über die Zukunft noch nicht gesprochen. Der Trainer wird Woche für Woche entscheiden müssen, was das Beste für die Mannschaft ist. Und das gilt nicht nur für die Position im Tor, sondern für alle Positionen auf dem Platz.

"Der Trainer wird Woche für Woche entscheiden"

Frage: Aber Sie hätten wohl nichts dagegen, die Nummer eins zu bleiben?

Langerak: (lacht) Natürlich möchte ich so oft spielen, wie ich kann. Das ist doch ganz klar.

Frage: Sie haben einen guten Kontakt zu Ihren Eltern in Australien. Haben die auch mitbekommen, dass Sie gespielt haben?

Langerak: Durch die Zeitverschiebung war unser Spielbeginn in Australien etwa gegen 4 Uhr – mitten in der Nacht.  Ich weiß nicht, ob sie da das Spiel gesehen haben. Aber natürlich hatte ich ihnen eine SMS geschickt, als ich erfahren habe, dass ich im Tor stehen werde. Und ich denke, ich werde jetzt nach dem Spiel bestimmt einige Nachrichten von Ihnen auf meinen Handy haben.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte