Die Wölfe zeigen dank des neuen Trainers Martin Schmidt wieder Zähne
Die Wölfe zeigen dank des neuen Trainers Martin Schmidt wieder Zähne
Bundesliga

Mit Motivator Martin Schmidt: Hungriges Wolfsrudel VfL

München - Geduldig beantwortete Martin Schmidt noch bis kurz vor Mitternacht die Fragen der Journalisten. Doch plötzlich überkam den neuen Trainer des VfL Wolfsburg die Eile. "Jetzt muss ich gehen, sonst ist die Bar geschlossen", sagte er. Schließlich sollte die kleine Feier über den überraschenden Punktgewinn der Wölfe beim FC Bayern München nicht ohne den Vater des Erfolgs stattfinden. Für seinen Coup beim Rekordmeister bekam der Schweizer viel Lob, gab die anerkennenden Worte aber gerne weiter.

Schmidt beim FC Bayern weiter ungeschlagen

>>>Alle Infos zum Spiel #FCBWOB im Matchcenter

Erst am Montag war Schmidt die Nachfolge Andries Jonkers angetreten. Seiner Feuertaufe beim 1:1 gegen den SV Werder folgte nun ein echter Achtungserfolg. Ein Erfolg, der durchaus den Motivationskünsten des 50-Jährigen, der in der Vorsaison für Mainz an der Seitenlinie gestanden hatte, zuzuschreiben ist. "Er hat durch seine Art Begeisterung hereingebracht", sagte VfL-Torschütze Daniel Didavi. "Er sah mit Mainz hier immer gut aus, das hat er uns in den Besprechungen rübergebracht."

- © gettyimages / Sebastian Widmann

Schmidts Stimme jedenfalls war auch spät am Abend noch intakt, sodass er den Punktgewinn als einen der Mentalität und Hoffnung einordnen konnte. "Wir wollten ein Wolfsrudel sein, das zusammen am Gegner reißt, bis er umfällt", sagte Schmidt. "Wir haben jetzt zwei gute Halbzeiten gehabt, die erste gegen Bremen und die zweite gegen Bayern. Wenn wir das auf ein ganzes Spiel hinkriegen, werden irgendwann auch drei Punkte folgen."

Das soll nun ausgerechnet am kommenden Samstag gegen seinen Ex-Club der Fall sein. So sehr sich Schmidt auf das Wiedersehen mit seinen früheren Kollegen, mit denen er zum Teil sieben Jahre dort gearbeitet hatte, freue - er werde es ausblenden: "Das wird ein Kampf, den wir gewinnen wollen. Darauf stelle ich mein Team ein. Meine Gefühlslage soll in dem Spiel keine Rolle spielen." Hinterher dürfte sie aber wohl gerne ähnlich sein wie am Freitagabend in München.

Aus München berichtet Maximilian Lotz