München - Torsten Lieberknecht ist in diesen Tagen ein enorm gefragter Mann. Ein ums andere Mal muss Eintracht Braunschweigs Trainer den diversen Medienvertretern auseinanderlegen, mit welchen Mitteln man denn nun gedenkt, ausgerechnet den großen FC Bayern München aus dem DFB-Pokal zu werfen (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker). Soviel Aufmerksamkeit kann manchmal ganz schön an die Substanz gehen.

"Ich bin einfach froh, wenn es los geht", ächzte der 38-Jährige, der die anderen Partien an diesem Wochenende dennoch aufmerksam verfolgt hat. "Unter normalen Umständen kann man ein solches Spiel nicht gewinnen, aber was ist im Pokal schon normal, wenn man die Überraschungen und Sensationen der ersten Spiele verfolgt hat? Wir haben eine kleine Hoffnung und wollen diese mitnehmen."

"Müssen über Normalmaß hinauswachsen"

Für den Ex-Profi, der die Eintracht in der vergangenen Saison zum Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga und dort nach zwei Spieltagen zunächst an die Tabellenspitze geführt hat, sind diese Sätze mehr als die üblichen Durchhalteparolen. "Es geht nicht darum, ein Wunder herbeizureden, sondern wir müssen unser Bestmögliches abrufen und über unser Normalmaß hinauswachsen. Dabei ist wichtig, dass das Spiel nicht geprägt ist von wilder Treterei, sondern dass wir uns sowohl in der Defensive als auch in der Offensive taktisch diszipliniert bewegen."

Mit akribischer Vorbereitung und einer kleinen Portion Glück sollen seine "Blau-Gelben" den Bayern ein Bein stellen: "Wir haben versucht, Schwächen in dem sensationellen Kader der Bayern zu finden. Ich glaube, dass wir nach vier Wochen Recherche etwas Kleines gefunden haben", orakelte Lieberknecht. "Die Bayern sind einfach Raketen und wir stellen kleine Raketen dagegen."

"Löwen" winkt Siegprämie

Der Rekordmeister selbst nimmt das Spiel darum aber auch nicht auf die leichte Schulter: "Uns ist klar, dass uns hier nichts geschenkt wird. Die Eintracht ist gut in die Saison gestartet, die Euphorie bei den Fans ist riesig. Wir wissen, dass wir 90 Minuten oder auch 120 Vollgas geben müssen", meinte der neue Trainer Jupp Heynckes, der zu seiner Pflichtspiel-Premiere auf die gefürchtete Flügelzange mit den verletzten Franck Ribery und Arjen Robben verzichten muss.

Bei den Braunschweigern sind außer Markus Unger (Zerrung) und Pascal Gos sowie Deniz Dogan, für den die Partie nach seinem Wadenbeinbruch wohl zu früh kommt, alle Mann an Bord. Und die "Löwen", an denen die Münchner schon 1982 zum Pokalauftakt scheiterten (0:2), scheinen sich durchaus Chancen auf das Weiterkommen auszurechnen. Sportdirektor Marc Arnold bestätigte jedenfalls bereits, dass die Spieler im Vorfeld eine entsprechende Siegprämie ausgehandelt hätten.


Voraussichtliche Aufstellungen:

Eintracht Braunschweig: Petkovic - Bohl, Henn, Correia, Reichel - Theuerkauf, Vrancic - Zimmermann, Kruppke, Boland - Kumbela

FC Bayern München: Neuer - Rafinha, Boateng, Badstuber, Lahm - Luiz Gustavo, Schweinsteiger - Müller, Kroos, Alaba - Gomez

Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)