Thomas Tuchel erwartet ein Spiel mit Pfeffer, ist selbst aber ganz nüchtern geblieben bei der Betrachtung des Derbys im Vorfeld. Aus gutem Grund.

"Wir erwarten ein emotionales Spiel von Seiten der Fans, ich könnte mir vorstellen, dass sich das auch auf den Rasen überträgt. Für mich als Trainer hat eine Derby-Situation keinen großen Einfluss. Wir sind in der Pflicht, aufgabenorientiert zu sein und nicht noch Öl ins Feuer zu gießen", sagte der Mainzer Trainer vor dem Duell mit Eintracht Frankfurt (ab 18 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

"Einen kühlen Kopf bewahren"

Dass ein Derby für Fans und Spieler speziell ist, kann Tuchel aber schon nachvollziehen. "Ich habe es als U-19-Trainer erlebt, wie es ist, gegen Frankfurt oder Kaiserslautern zu spielen. Das sind schon besondere Momente für die Spieler, wenn das Spiel eine geographische Brisanz wegen weniger Kilometer erhält."

Dass die Partie emotional wird, schlägt sich auch in der Auswahl der Spieler nieder, die Tuchel gegen Frankfurt auf den Platz schicken will: "Sicherlich haben wir die Aufgabe, die Spieler auszuwählen, die von den Charaktereigenschaften her passen und sich in hitzigen Situationen wie einem Derby wohlfühlen und einen kühlen Kopf bewahren können."

Mit dazu gehören könnte eventuell auch Eugen Polanski, der mit seinem Einsatz in den letzten zehn Minuten gegen den HSV beeindruckte. "Eugen gehört zu den Stammspielern. Er ist aus seinem körperlichen Tief herausgekommen und trainiert sehr auffällig, scharrt mit den Hufen. Er ist definitiv eine Option für Samstag", sagte Tuchel über den ehemaligen U-21-Nationalmannschaftskapitän.

"Wir spielen klar auf Sieg"

Auswärts lief es für Mainz bislang noch nicht nach Wunsch. Aber mit 23 Punkten im Gepäck können die 05er selbstbewusst in die Commerzbank Arena reisen. "Wir gehen voller Selbstvertrauen in diese Partie. Wir spielen klar auf Sieg - wie in jedem Spiel. Auch wenn die Eintracht es uns nicht leicht machen wird", sagte Tuchel.

Da darf er sich sicher sein. Frankfurts Defensivmann Maik Franz wäre schon mit einem Remis nicht zufrieden, nachdem die Hessen Selbstvertrauen beim 3:1-Erfolg in Berlin getankt haben: "Jetzt muss ein Sieg im Derby gegen Mainz unser Ziel sein."

"Wir sind alle heiß auf das Derby"

Trainer Michael Skibbe weiß aber sehr wohl, dass Mainz nicht zu unterschätzen ist. Er lobt die Unbekümmertheit beim Aufsteiger: "Sie schalten zudem sehr schnell um von Defensive auf Offensive. Bei Standards sind sie auch sehr gefährlich. Ich erwarte aber von meiner Mannschaft, dass sie die Leistung in Berlin bestätigt. Wir freuen uns sehr auf das Derby und sind alle heiß darauf."

Er plant mit der Sieger-Elf von Berlin. Die zuletzt angeschlagenen Pirmin Schwegler, Franz und Alexander Meier sollen noch rechtzeitig fit werden. Auch der FSV hat wenig Grund, seine Formation vom 1:1 gegen den Hamburger SV zu verändern, nachdem Florian Heller seine Grippe auskuriert hat.