Bayer Leverkusen bleibt dank eines 2:1-Sieges im Spitzenspiel gegen Verfolger Schalke 04 Tabellenführer der Bundesliga.

"Das war ein Kraftakt", meinte Bayers Nationaltorhüter René Adler nach dem hart erkämpften Erfolg im Gespräch mit bundesliga.de zufrieden. Noch reden sie in Leverkusen nicht vom Titel, doch im Hinterkopf wird schon damit geliebäugelt.

bundesliga.de: Glückwunsch zum Sieg im Spitzenspiel. Nach einigen Gala-Vorstellungen in den vergangenen Wochen war das ein hartes Stück Arbeit.

René Adler: Keine Frage, das war ein Arbeitssieg. Es war ein Kraftakt, den Sieg über die Zeit zu schaukeln. Auch nach der Gelb-Roten Karte für "Gonzo" (Gonzalo Castro, die Red.), die er sich abholt, weil er sich für das Team aufopfert, hat jeder für den anderen alles gegeben. Das war unsere große Stärke. Wir hatten sicher auch ein bisschen Glück.

bundesliga.de: Was lief gegen Schalke besser als letzte Woche gegen den Karlsruher SC, als Bayer eine 3:0-Führung noch aus der Hand gab?

Adler: Das Karlsruhe-Spiel haben wir sehr genau analysiert. Wir haben auch in Karlsruhe eine sehr gute erste Halbzeit gespielt. Vom System und vom Spielbeginn her sind wir genauso gut gegen Schalke reingekommen. In Karlsruhe haben wir dann aber eine schlechte zweite Halbzeit abgeliefert. Vielleicht ist es uns da in der ersten Hälfte zu leicht gemacht worden. Es war denn bei einigen Spielern wohl ein Problem im Kopf. Doch dafür ist der KSC zu gut. Die haben eine bessere Mannschaft als es der Tabellenplatz aussagt. Danach haben wir uns zusammengesetzt und uns die Frage gestellt, was wir wollen. Ob wir weiter auf Platz 1 stehen oder ob wir mit so einer Leistung wie gegen den KSC in der zweiten Halbzeit nach unten durchgereicht werden wollen. Wir waren alle einer Meinung, dass wir oben bleiben wollen. Das haben wir gegen Schalke eindrucksvoll demonstriert. Wir wollten unbedingt die Tabellenführung verteidigen.

bundesliga.de: Das ist gelungen. An die Tabellenführung könnten Sie sich sicher gewöhnen. Wie lebt es sich als Spitzenreiter?

Adler: Das ist auf jeden Fall ein schönes Gefühl. Das trichtert uns der Trainer auch immer wieder ein, wie schön es auf der Sonnenseite der Tabelle und vor allem auf Platz 1 ist. Wir werden diesen Platz mit Händen und Füßen verteidigen.

bundesliga.de: Sie können in dieser Saison in Leverkusen Geschichte schreiben, wenn Bayer erstmals Deutscher Meister werden würde. Denken Sie als Spieler daran?

Adler: Das haben wir als Spieler und Mannschaft schon ein bisschen im Hinterkopf. Trotzdem wollen wir jetzt noch nicht von der Meisterschaft reden. Wir wissen, dass die Saison noch sehr lang ist. Da wird noch einiges passieren. Auch wenn es sich platt anhört: Wir schauen von Spiel zu Spiel und wollen erst einmal die Tabellenführung verteidigen. Wenn wir so spielen wie gegen Schalke, haben wir die Möglichkeit noch einige Zeit oben zu stehen.

bundesliga.de: Wenn man Bayers Restprogramm der Hinrunde - in Bielefeld, gegen Bayern, in Mönchengladbach und gegen Cottbus - betrachtet, scheint die Herbstmeisterschaft machbar. Liegt darin vielleicht auch die Gefahr, eines der Teams aus der unteren Tabellenhälfte zu unterschätzen?

Adler: Wir werden einen Teufel tun und irgendein Team zu unterschätzen. Wir werden jedes Spiel hoch konzentriert angehen. Gegen Bielefeld gibt es genauso drei Punkte wie gegen Schalke oder Bayern. Wir wollen die Punkte sammeln im Kampf um den internationalen Wettbewerb. Da haben wir gegen Schalke wieder einen Riesenschritt getan. Wir haben uns von einem Mitkonkurrenten ein bisschen abgesetzt. Das ist unser Ziel. Wir sprechen nicht über Bayern. Jetzt geht es zur Nationalmannschaft und dann wollen wir einen Dreier gegen Bielefeld holen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski

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