Freiburg - Freiburgs Trainer Robin Dutt hatte nach dem Spiel tröstende Worte für die Zuschauer parat: "Für die Freunde guten Defensivverhaltens war das ein interessantes Spiel. Diejenigen, die ein schönes Spiel sehen wollen, bitte ich daran zu denken, dass wir das in der Vergangenheit schon oft gezeigt haben."

Die gut gemeinten Worte wollten allerdings nicht so ganz zur Szenerie außerhalb des Presseraums passen. Denn dort sah man weit und breit keine unzufriedenen Gesichter. Wieso auch?

Zwar gehörte das 0:0 gegen die Eintracht wirklich nicht zu den "schönen Spielen". Enttäuscht ging aber keine der beiden Fangruppen nach hause. Immerhin hatten alle Beteiligten eine spannende Partie mit einigen Torchancen auf beiden Seiten gesehen.

Und die Bilanz des Spätnachmittags hätte auch unerfreulicher sein können. Frankfurt hat nach zuletzt drei Niederlagen den Abwärtstrend gestoppt. Und der SC bleibt mit 34 Punkten nur derer zwei hinter den Münchner Bayern.

Barth hält griechisches Schlitzohr in Schach

Vor dem Spiel am kommenden Samstag auf Schalke gibt es dennoch einiges aus Freiburger Sicht aufzuarbeiten. Das Spiel ohne Ball, im bisherigen Saisonverlauf eine der Stärken des Teams, stockte gegen Frankfurt beispielsweise ein wenig.

"Dadurch haben uns die gewohnten Anspielstationen gefehlt", monierte Innenverteidiger Oliver Barth, der gegen Theofanis Gekas eine starke Partie hinlegte. "Der tut immer so, als nehme er überhaupt nicht am Spiel teil, er lauert aber ständig an der Abseitslinie auf seine Chance", beschreibt Barth die Spielweise des Griechen, "da muss man immer voll konzentriert sein." Barth indes war über 90 Minuten konzentriert - wie insgesamt beide Abwehrreihen eine richtig starke Leistung zeigten.

Respekt vor Schalke

"Spielerisch waren wir nicht gut", gesteht Johannes Flum, "für die Fans war es sicher nicht so prickelnd." Andererseits müsse man auch die Leistung des Gegners anerkennen: "Wir spielen ja nicht gegen Anfänger, in der Bundesliga sind alle Mannschaften gut." Auch der Mittelfeld-Dauerläufer hat großen Respekt vor Schalke 04 und hält deren gegenwärtigen Tabellenstand für trügerisch. Umso wichtiger sei es, dass man spielerisch wieder zulege.

Topmotiviert dürfte Erik Jendrisek sein. Der Angreifer, der auf Schalke in dieser Spielzeit nur zu sechs Kurzeinsätzen gekommen war und im Winter in den Breisgau wechselte, dürfte aber erneut nur zu einem Einsatz als Joker kommen, da Dutt am bewährten 4-1-4-1-System mit Papiss Demba Cisse als einziger Spitze nichts ändern dürfte.

Kein Druck auf Dutt

Überhaupt wähnt man sich beim Tabellensechsten gut gerüstet. "Wir fahren jetzt nach Schalke mit breiter Brust", freute sich Innenverteidiger Barth schon auf die Auswärtsfahrt am kommenden Samstag, "die stehen vor eigenem Publikum ja gehörig unter Druck - im Gegensatz zu uns."

Keinerlei Druck will man auch auf Trainer Robin Dutt ausüben, der seinen bis 2012 datierten Vertrag noch nicht verlängert hat und das Thema auch am Sonntag zum Nicht-Thema erklärte. Gute Nachrichten gab es dagegen bei ein einigen anderen Personalien. Nach Mensur Mujdza und Yacine Abdessadki haben auch Mittelfeldmann Julian Schuster und Sportdirektor Dirk Dufner neue Arbeitspapiere - jeweils bis 2014 gültig - unterschrieben.

Christoph Ruf